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Nikolausfest in der Heilig-Kreuz-Kirche

Am 6. Dezember 2020 fand ein Nikolausfest nach byzantinischer Tradition in der Heilig-Kreuz-Kirche statt. Da aufgrund der geltenden Hygienebestimmungen die Teilnahme an den Gottesdiensten in der Kapelle des Collegium Orientale nur den Angehörigen der Hausgemeinschaft ermöglicht werden kann, wird seit dem 25. Oktober 2020 immer sonntags um 11.30 Uhr eine weitere Liturgie im byzantinischen Ritus in der Heilig-Kreuz-Kirche (ehem. Kapuzinerkirche) in Eichstätt gefeiert.

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Am Ende der feierlichen Liturgie besuchte Bischof Nikolaus die Gottesdienstgemeinschaft. Außer seinen geistlichen Worten hatte er natürlich auch etwas Süßes mitgebracht. So konnte allen Teilnehmenden an der Göttlichen Liturgie eine besondere Freude bereitet werden – gerade in den herausfordernden Zeiten der Pandemie. Das Nikolausfest wurde unter Berücksichtigung aller aktuell geltenden Hygieneauflagen organisiert.

Der Bischof von Myra ist einer der bekanntesten Heiligen des westlichen wie östlichen Christentums. Auch wenn es über sein Leben kaum zuverlässige Informationen gibt, so ranken sich doch zahlreiche hagiographische Legenden um ihn. Die Quellen berichten, dass er im Jahr 325 am Konzil von Nizäa teilgenommen habe. Dort soll er aus lauter Glaubenseifer den Arius geohrfeigt haben. Der Venezianer Petrus de Natalibus schreibt in seiner Sammlung von Heiligenviten aus dem 14. Jahrhundert, dass ihn das Konzil deshalb der Mitra und des Palliums entkleidet habe, weshalb er meist ohne Mitra dargestellt werde. Hier dürfte eine beachtenswerte Ätiologie vor dem Hintergrund des Austausches zwischen Ost und West vorliegen: Während in der byzantinischen Ikonographie die barhäuptige Darstellung von Bischöfen üblich ist, war sie im Westen erklärungsbedürftig.

Eine der bekanntesten Legenden jedoch charakterisiert Bischof Nikolaus als Geschenkebringer: Eines Nachts sei er am Haus einer Familie vorbeigekommen, die derart mittellos gewesen sei, dass die drei Töchter ihr Geld als Prostituierte hätten verdienen müssen. Damit die jungen Frauen dieses Tun beenden und heiraten konnten, hätte Nikolaus drei Goldklumpen durch das Fenster des Hauses geworfen. Daher wird der Heilige in der Kunst heute oft mit drei goldenen Kugeln dargestellt. Seiner Hilfsbereitschaft und Großzügigkeit wird auf der ganzen Welt am Nikolausabend gedacht.

Literaturtipp zum Weiterlesen: Lissek, Maria / Rahn, Nancy / Lippke, Florian (Hrsg.): Neue Perspektiven auf den Nikolaus. Ein populärer Heiliger im interdisziplinären theologischen Gespräch (JThF 33), Münster 2019.

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