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Prof. Dr. Thomas Kremer zum Vorsitzenden der GSCO gewählt

Die „Gesellschaft zum Studium des Christlichen Ostens“ (GSCO) ist ein ökumenischer Zusammenschluss von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern im deutschen Sprachgebiet, die sich mit den unterschiedlichen Facetten des Christlichen Ostens und Orients befassen. Bei der diesjährigen, aufgrund der besonderen Situation als ZOOM-Konferenz durchgeführten Mitgliederversammlung wurde Prof. Dr. Thomas Kremer am 19. Juni 2020 für zwei Jahre zum Vorsitzenden der Gesellschaft gewählt.

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Die „Theologie des Christlichen Ostens“ ist keines der klassischen Lehrfächer der Theologie, insofern unterscheidet sie sich in mancher Hinsicht von den übrigen Disziplinen. Nicht nur die Inhalte und Methoden des Faches sind von ungewöhnlicher Breite und Vielfältigkeit, sodass sich die einzelnen Institutionen auf Teilbereiche und bestimmte Zugangsweisen beschränken müssen. Auch gibt es keinen landesweiten, nur innerhalb der katholischen Theologie fest organisierten Zusammenschluss, wie dies in den meisten anderen Fächern üblich ist; die GSCO ging vielmehr einen anderen Weg.

2001 wurde die GSCO als ökumenische Arbeitsgemeinschaft gegründet. In ihr haben sich wissenschaftlich arbeitende Institute und Einzelpersonen im deutschen Sprachraum zusammengeschlossen, die sich der Erforschung des Christlichen Ostens widmen. Durch regelmäßige Konsultationen und eine rege interne Informationstätigkeit will die GSCO eine Vielzahl der in diesem Bereich arbeitenden Personen vernetzen und dadurch einen Erfahrungsaustausch, gegenseitige Beratung und Kooperation ermöglichen. Im jährlichen Turnus wird zu diesem Zweck eine Jahrestagung an wechselnden Orten durchgeführt. Ein Wesensmerkmal der GSCO ist ihre ökumenische Ausrichtung und Organisation. So vereint sie orthodoxe, katholische und evangelische Theologinnen und Theologen, Philologinnen und Philologen, Historikerinnen und Historiker sowie Vertreter der verschiedenen Kirchen in internationaler und überkonfessioneller Ausrichtung, wodurch sich die Kooperation als besonders fruchtbar und bereichernd darstellt. Die Gesellschaft zählt derzeit 115 individuelle und institutionelle (z. B. Institute und Lehrstühle an Universitäten) Mitglieder.

Die GSCO hat einen Preis zur Förderung wissenschaftlicher Arbeiten gestiftet, die dem Studium des Christlichen Ostens gewidmet sind und die wissenschaftlichen Kenntnisse über die Geschichte und Theologie des Christlichen Ostens wesentlich befördern. Der GSCO-Preis wurde erstmals 2009 und in der Folge im zweijährigen Turnus vergeben. Ausgezeichnet werden können vorrangig Promotionen und Habilitationen, die an einer Universität des deutschsprachigen Raumes vorgelegt wurden. Diese Arbeiten können aus den Disziplinen Theologie, Kirchenrecht, Byzantinistik bzw. Neogräzistik, Osteuropa- und Südosteuropastudien, Religionswissenschaft, Orientalistik und Slawistik stammen. Die Preisverleihung erfolgt im Rahmen eines öffentlichen Festaktes bei der jeweiligen Jahrestagung. 2011 ging der Preis bereits einmal nach Eichstätt, als die Dissertation von Rektor Dr. Oleksandr Petrynko ausgezeichnet wurde. 2020 wurde zusätzlich zum ersten Mal ein niedriger dotierter Preis für den wissenschaftlichen Nachwuchs vergeben.

Der GSCO steht ein Vorstand aus drei Personen vor, in dem je ein Angehöriger der katholischen sowie einer orthodoxen und einer evangelischen Kirche vertreten ist. Am 19. Juni 2020 fand die diesjährige Mitgliederversammlung in der Form einer ZOOM-Konferenz statt, bei der ein neuer Vorstand gewählt wurde. Bislang gehörten Prof. Dr. Franz Mali (Fribourg / CH) als Vorsitzender sowie Dr. Dagmar Heller (Bensheim) und Dr. Irena Zeltner-Pavlović (Erlangen-Nürnberg) dem Vorstand an. Dr. Zeltner-Pavlović wurde in ihrem Amt bestätigt, Prof. Mali und Dr. Heller stellten sich aufgrund weitreichender Arbeitsverpflichtungen nicht der Wiederwahl. Die GSCO wählte schließlich Prof. Dr. Jennifer Wasmuth (Strasbourg) und Prof. Dr. Thomas Kremer als neue Vorstandsmitglieder für die Dauer von zwei Jahren. In einer anschließenden internen Besprechung des neuen Vorstands wurde Prof. Kremer zum neuen Vorsitzenden bestimmt.

Es ist eine höchst ehren- und verantwortungsvolle Aufgabe, dass der Inhaber der Eichstätter Stiftungsprofessur für Theologie des Christlichen Ostens nun der GSCO vorstehen darf. Nachdem in diesem Jahr die unter dem Leitgedanken „Erben von Byzanz – Kontinuität und Transformation byzantinischer Identitäten“ an der KU Eichstätt-Ingolstadt in Kooperation mit dem Collegium Orientale geplante Jahrestagung aufgrund der Corona-Krise nicht durchgeführt werden konnte, wird diese am 25. und 26. Juni 2021 nachgeholt werden. Dabei wird sich neben dem fachlichen Austausch auch die Gelegenheit ergeben, die ostkirchlichen Einrichtungen des Standorts Eichstätt der Fachwelt vorstellen zu dürfen.

 

Zum Weiterlesen:

Website der GSCO

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