Alexander von Humboldt beschäftigte sich über viele Jahrzehnte hinweg mit Fragen der Verteilung und Verbreitung von Pflanzen und Vegetationsformen auf der Erde. Das Erlebnis der amerikanischen Tropen war für die Entwicklung seines pflanzengeographischen Lebensprojekts buchstäblich wegweisend: Humboldts Tagebuchaufzeichnungen zeigen, wie er diese Disziplin im Verlauf der Reise immer wieder überdachte. Der unmittelbare Eindruck der verschiedenen Landschaftsformen, aber auch die unterwegs fortgesetzte Lektüre sowie die Begegnungen mit lokalen Naturforschern prägten seine Ideen zu einer Geographie der Pflanzen. In Amerika entstand so eine Wissenschaft „aus der Bewegung“, die in ihrer Vielschichtigkeit nur bedingt mit dem europäischen Wissenschaftsdiskurs kompatibel war.
Der Vortrag beginnt um 9 Uhr und findet im Raum UA030 statt.