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Galerie-Rundgang am Lehrstuhl für Personalwesen, Management und Organisation

Was passiert, wenn Studierende völlige akademische Freiheit erhalten und aufgefordert werden, die Welt um sie herum aus der Perspektive der Managementtheorie zu verstehen? Der Lehrstuhl für Personalwesen, Management und Organisation beantwortete diese Frage mit „Managementtheorien in der Praxis – Das Leben entschlüsseln“. Ein Modul, das Forschung und Design miteinander verbindet und mit einer Live-Debatte sowie einem Galerierundgang zu den entstandenen Arbeiten endet. 

Das Format forderte die Studierenden heraus, ein gesellschaftlich relevantes Phänomen ihrer Wahl auszuwählen und es anhand zweier sich ergänzender theoretischer Rahmenkonzepte zu analysieren: eines auf Makroebene und eines auf Mikroebene. Die Ergebnisse nahmen die Form von schriftlichen Analysearbeiten sowie Forschungspostern an, ergänzt durch dreiminütige Live-Präsentationen mit anschließender offener Fragerunde. Die Veranstaltung endete mit einem Galerierundgang, bei dem die Poster ausgestellt wurden und das Publikum direkt mit den Forschenden ins Gespräch kommen konnte. Ausgewählte Arbeiten wurden mit kleinen „Oscars“ in den Kategorien Design, Inhalt und Gesamtleistung ausgezeichnet, bevor ein abschließender Empfang alle Teilnehmer zusammenbrachte.

Der Design Award würdigte ein Projekt zum Thema „Last-Chance-Tourismus“, also dem Ansturm auf verschwindende Orte, bevor sie für immer verschwunden sind. Ihre Erkenntnis war auf subtile Weise provokativ: „Die überraschendste Erkenntnis war, dass ein gesteigertes Klimabewusstsein nicht unbedingt zu einer Verhaltensänderung führt. Stattdessen bekräftigen Reisende oft ihre Rechtfertigungen, wenn sie mit Umweltbelangen konfrontiert werden.“ Das Gewinnerduo beschrieb zudem, wie es wissenschaftliche Genauigkeit mit visueller Klarheit in Einklang brachte: ein minimalistisches Plakat mit wenigen markanten Aussagen, wobei die Tiefe der Live-Präsentation überlassen blieb.

Die Gewinner des Content Award, die den sozialen Aufstieg von JD Vance aus einem Arbeitermilieu in den Appalachen bis zur US-Vizepräsidentschaft untersuchten, reflektierten: „Zu sehen, wie sich eine soziologische und eine psychologische Perspektive auf diese Weise gegenseitig ergänzen, anstatt miteinander zu konkurrieren, war der lohnendste Teil des gesamten Projekts.“ Ihre Arbeit verband Bourdieus Theorie von Kapital und Feld mit Rotter’s Locus of Control. Dies zeigte nicht nur, warum ein solcher Aufstieg strukturell unwahrscheinlich ist, sondern auch, warum er gerade dieser bestimmten Person gelang.

Der Spotlight-Award ging an ein Duo, das sich mit der Einwilligungsrichtlinie „Only Yes Means Yes“ befasste und feststellte, dass selbst eine einzige Richtlinie mit weit mehr Theorien in Verbindung steht als erwartet: „Am überraschendsten war für mich, wie viele Theorien sich mit der ‚Yes Means Yes‘-Richtlinie verknüpfen lassen. Zunächst dachte ich nicht, dass sie miteinander in Zusammenhang stehen würden, aber während wir an dem Projekt arbeiteten, wurde mir klar, wie die Theorien dabei halfen zu erklären, warum die Richtlinie geschaffen wurde und wie die Menschen darauf reagierten.“ Ein Thema, das heute äußerst relevant ist und in den Fokus gerückt werden muss, zumal einer der Schüler zu Recht anmerkte: „Es gibt viele Regierungen, die das Thema nicht ernst nehmen und/oder das, was täglich geschieht, herunterspielen.“

Insgesamt zeigte die Veranstaltung, was möglich wird, wenn man den Studierenden zutraut, ihre eigenen Fragen zu finden. Wie ein Teilnehmer es formulierte: „Menschen strenge Grenzen zu setzen, ist nicht immer der klügste Schachzug, denn das schränkt sie ein. Wenn man ihnen vertraut, werden sie einen auf eine Weise überraschen, die man niemals hätte planen können.“

Der Lehrstuhl für Personalwesen, Management und Organisation möchte sich bei allen teilnehmenden Studierenden für ihre großartige Arbeit, ihre Erkenntnisse und ihr Engagement bedanken – trotz der Hitze an diesem Tag!

Text: Alina Moede

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