Starkregen selbstgemacht: Schulklassen erleben Forschung im Donaumoos

Mit einer öffentlichen Beregnung im Donaumoos haben Wissenschaftler der KU ihre aktuelle Forschungsarbeit im Rahmen des Projekts „Regen trifft Torf“ vorgestellt. Zwei dritte Klassen aus der Region und zahlreiche Interessierte konnten dabei eine Beregnungssimulation mit dem „Rainmaker“ verfolgen und nachvollziehen, was passiert, wenn große Mengen Wasser auf unterschiedlich beanspruchte Moorböden treffen.

Einen Julivormittag lang verwandelten Dr. Peter Fischer vom Fachgebiet Bodengeographie und Bodenerosion, und Prof. Dr. Jan Hiller, Professor für Geographiedidaktik und Bildung für nachhaltige Entwicklung an der KU, mit ihrem Team ein Feld nahe Obermaxfeld in ein Freiluft-Klassenzimmer. In schmalen Schaukästen, sogenannten Geowindows, modellierten die Grundschülerinnen und Grundschüler landwirtschaftliche Flächen und beobachteten, wie unterschiedlich Wasser je nach Oberfläche und Bodenbeschaffenheit versickert. Höhepunkt der Unterrichtseinheit war eine Starkregensimulation mit dem „Rainmaker“, der mobilen Beregnungsanlage der KU, die auf einer Versuchsfläche von einem Quadratmeter unterschiedliche Regenintensitäten nachahmen kann. So wurde in zwei Perspektiven für die Kinder greifbar, wie sich Torfboden bei extremen Niederschlägen verhält. Am Nachmittag hatten dann alle interessierten Bürgerinnen und Bürger Gelegenheit, die Experimente zu verfolgen und mit den Forschenden ins Gespräch zu kommen. Mehr als 20 Personen waren der Einladung gefolgt, darunter auch zwei Bürgermeister aus der Region. 

Die öffentliche Beregnung ist Teil des Forschungsprojekts „Regen trifft Torf“, das die KU aktuell in Kooperation mit dem Donaumoos-Zweckverband durchführt. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie landwirtschaftlich genutzte Moorböden Wasser aufnehmen, speichern und weiterleiten, und welchen Einfluss Bodenverdichtung, Landnutzungspraktiken oder Vegetationsbedeckung auf dieses Verhalten haben. Für seine Untersuchungen nutzt Fischer zwei Grünland- und zwei Ackerflächen im Donaumoos, auf denen er Starkregen unter kontrollierten Bedingungen und zu verschiedenen Jahreszeiten simuliert. Während der Beregnung wird der Moorwasserstand automatisch gemessen, ergänzende Laboranalysen liefern weitere Erkenntnisse über die hydraulischen Eigenschaften der untersuchten Torfe. Gerade vor dem Hintergrund häufiger auftretender Starkregenereignisse und längerer Trockenphasen könnten die Ergebnisse helfen, die Rolle von Mooren im Spannungsfeld von Landwirtschaft, Umwelt- und Klimaschutz besser zu verstehen, hofft Fischer.

Wichtig ist ihm daher der Austausch mit der breiten Öffentlichkeit, wie nun geschehen im Rahmen der öffentlichen Beregnung. Eine weitere Veranstaltung dieser Art soll im Herbst stattfinden. Der Termin wird rechtzeitig auf der Seite der KU und des Donaumoos-Teams kommuniziert.