Theorie trifft Praxis: Künftige Englischlehrkräfte arbeiten an innovativen Lehrkonzepten

Wie lassen sich Theorie und Praxis in der Lehrkräftebildung gewinnbringend verbinden? Eine Kooperationsveranstaltung der KU mit den staatlichen Seminaren für die Ausbildung von Grundschullehrkräften zeigt, wie angehende Lehrkräfte gemeinsam innovative Konzepte für einen kreativen und effizienten Englischunterricht entwickeln.

„At the zoo“ – ein Tag im Zoo: Dazu fällt jedem Grundschulkind etwas ein. Tierrätsel in der Fremdsprache lesen und lösen, Gehege individuell gestalten, Tiersteckbriefe verfassen oder einen Zoobesuch mit der Klasse planen – auf diese Art lernen Schülerinnen und Schüler im Englischunterricht spielerisch neue Wörter und deren Anwendung kennen. Dieser sogenannte „storyline approach“ – auch bekannt als „Glasgow-Methode“ – stand im Mittelpunkt der dritten Kooperationsveranstaltung zwischen der KU und den staatlichen Seminaren für die Ausbildung von Grundschullehrkräften im Regierungsbezirk von Oberbayern. Ziel dieser Zusammenarbeit ist es, die erste und zweite Phase der Lehrkräftebildung miteinander zu vernetzen.

Mit dem Storyline-Ansatz wird der fremdsprachliche Lernprozess zunächst in eine Rahmengeschichte eingebettet, die die Kinder über sechs bis acht Unterrichtsstunden begleitet. Anstatt isolierte Fakten zu präsentieren, entwickeln Lehrende und Lernende in Kleingruppen individuelle Lösungen zu Problemen und Schlüsselfragen, die sich aus der Rahmenhandlung ergeben. In gemischten Gruppen mit unterschiedlichem Erfahrungshorizont arbeiteten die Teilnehmenden an konkreten Aufgabenformaten zur Storyline „At the zoo“. Unter der Anleitung der Akademischen Rätin der KU Dr. Sandra Stadler-Heer und den Seminarrektorinnen Dr. Claudia Rathmann und Astrid Wilhelm-Kinuthia entwickelten 20 Lehramtsanwärterinnen und Lehramtsanwärter sowie 20 Studierende verschiedener Lehrämter gemeinsam Unterrichtsmaterialien für den Englischunterricht.

„Die Kollaboration ist eine Win-win-Situation: Studierende erhalten wertvolle Einblicke in die Praxis, während die Lehramtsanwärter durch den akademischen Input zu vernetztem Denken und überfachlichen Unterrichtsideen angeregt werden“, fassten die Organisatorinnen die positiven Rückmeldungen zusammen.

Gerade auch vor dem Hintergrund der aktuellen Diskussion um eine mögliche Schulstundenkürzung im Fach Englisch an Grundschulen erweist sich dieser methodische Ansatz als besonders effizient: „Er bietet nicht nur eine Antwort auf aktuelle Herausforderungen in der Grundschule, sondern ermöglicht auch Studierenden der Sekundarstufen, fächerübergreifend zu arbeiten und kommunikative Kompetenzen vernetzt zu vermitteln“, erläuterte Dr. Stadler-Heer den pädagogischen Mehrwert.

Neben der praktischen Arbeit zur Storyline-Methode war eine Ausstellung von Best-Practice-Materialien ein Höhepunkt des Tages. Außerdem illustrierten die Teilnehmenden das Potenzial digitaler Werkzeuge im Englischunterricht: beispielsweise diente eine von im Grundschulseminar erstellte KI-generierte Zookarte als „stummer Impuls“ zur Eröffnung der Veranstaltung.

Aufgrund des großen Erfolgs planen die Organisatorinnen eine Fortsetzung des Formats. Hierzu laden sie auch weitere interessierte Seminarleitungen der Mittelschule, Realschule und des Gymnasiums ein, um die Kooperation künftig auszuweiten.

Text: Melena Renner