Akademischer Rat für Digitalisierung und Vernetzung in Forschung, Lehre und Transfer

Herr Doktor Christian Henkel

Bild: Andrej Stern

Das Profil

Dach einer modernen Kirche mit Kreuz

Ziel meiner Arbeit ist es, Brücken zu schaffen zwischen der Theologie, dem ZRKG, der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt und der Gesellschaft. Mein besonderes Anliegen ist die Förderung von Innovation durch Vernetzung zwischen außen und innen:

Von außen nach innen: Die Integration innovativer digitaler Konzepte aus Kultur, Wissenschaft und Gesellschaft in Lehre und Forschung ermöglicht es, theologische Themen neu zu beleuchten.

Von innen nach außen: Die Erweiterung digitaler Partizipationsmöglichkeiten für Theologinnen und Theologen öffnet neue Interaktionskanäle in Wissenschaft und Gesellschaft. Die Sichtbarkeit der Theologie im öffentlichen Diskurs nimmt zu, sie wird zum Impulsgeber in einer digitalen Welt.

Zwischen innen und außen: In der Interkation mit der Gesellschaft entstehen Räume der Begegnung und des Lernens voneinander. In diesen Zwischenräumen werden neue Formen der Wissensproduktion zwischen Universität und Gesellschaft (third mission, service lerning) erprobt.

Im Schnittfeld von Systematik, Praktischer Theologie und Sozialethik sind 3 Schwerpunkte angesiedelt, die der Frage nachgehen, wie Theologie in einer sich verändernden Gesellschaft innovativ wirken kann.

1 Raumtheorien: Innovationsorte und „kulturelle Laboratorien“

Die Gesprächsfähigkeit von Theologie in einer Gesellschaft im Wandel knüpft sich an die Sichtbarkeit von Religion und Theologie im öffentlichen Raum. In diesem Schwerpunkt werden konkrete Vorschläge für die Präsenz von Theologie und Kirche in der Öffentlichkeit gemacht und gemeinsam mit Lehrenden und Studierenden Räume entworfen, die innovatives und transformatives Denken fördern.

Tagung

Eine bessere Gesellschaft bauen. Architektur, Religion und Gesellschaft in der Digitalzeit Frankfurt, 25. bis 26. November 2021

1960 stellte der Abgeordnete Adolf Arndt die Frage: Kann man Demokratie bauen? Die Tagung geht dem Thema mit Blick auf die religiösen Akteure in der Demokratie, ihre Bildungshäuser und kulturellen Begegnungsorte nach: Können Kirchen und Religionsgemeinschaften an einer besseren Gesellschaft mittels ihrer Gebäude mitwirken?

Die Tagung greift die Frage in vier Panels auf: zu Architekturgeschichte, Theologie, Forschungspraxis und den Bauprojekten kirchlicher Träger.

2 Politische Theologie: Religiöse Präsenz in umkämpften Öffentlichkeiten

Religiöse Akteure eröffnen für eine Gesellschaft im Umbruch diskursive Räume, in denen Krisenhaftigkeit und Ambiguität, aber auch das utopische Potential von Veränderung zur Sprache kommen. In diesem Schwerpunkt werden die Themen Migration, Integration und Interkulturalität mit ethnografischen Mitteln beleuchtet.

Publiziertes Forschungsprojekt zur Migrationspolitik

Christian Henkel (2019). Von der Wüste Sonora zum Platz der Republik. Eine qualitative Studie zur kirchlichen Politikarbeit für undokumentierte MigrantInnen in Deutschland und den USA. Münster: Münsterscher Verlag für Wissenschaft.

3 Methodologien: Kommunikation und Handlungsfähigkeit als Zukunftsaufgaben

Grenzmarkierung auf einer Straße

Theologie und Kirche müssen in einer hybriden Welt, die sich als Mischform analoger und digitaler Kommunikation, vermittelter und leibhafter Erfahrung darstellt, sprach- und handlungsfähig werden. In diesem Schwerpunkt entstehen Forschungs- und Lehrprojekte die sich folgenden Themenbereichen widmen:

  1. Kommunikation: Was macht theologische Sprachfähigkeit und öffentliche Intellektualität im 21. Jahrhundert unter den gewandelten Bedingungen der Wissensproduktion aus? Wie lassen sich theologische Themen und Inhalte in unterschiedlichen Medienöffentlichkeiten vermitteln?
  2. Organisationsentwicklung: Welche Techniken aus der Digitalwirtschaft können Studierenden helfen, sich selbst und die Organisationen, in denen sie später arbeiten werden, zu gestalten? Wie verändern sich die Universität und ihre Lehrenden selbst unter dem Eindruck neuer Kreativitätstechniken, wie dem Design Thinking.
  3. Weiterbildung: Welche Bildungsangebote und Studiengänge sind geeignet, um Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Kirche, Caritas und theologisch Interessierte zu unterstützen?
  4. Internationalität: Welche Brücken in die Fachdiskurse außerhalb Deutschlands, Europas oder auch des globalen Nordens lassen sich schlagen, um Katholizität im Sinne einer Dialogfähigkeit über Sprach- und Kulturgrenzen hinweg zu denken?

Aktuelle Publikationen

Christian Henkel (2021): Die Bilder der Stadt. Zum Zusammenhang von analogen und virtuellen Orten aus praktisch-theologischer Perspektive, in: Beck/Nord/Valentin: Theologie und Digitalität. Ein Kompendium, Freiburg, 89-107.

Christian Henkel, Dagmar Heller, Johanna Rahner und Jennifer Wasmuth (2021): gemeinsam2017. Studie zur ökumenischen Rezeption des Reformationsjubiläums. Bensheim: Konfessionskundliches Institut.

Christian Henkel (2020): Wissensarchitekturen im digitalen Zeitalter Zwischen Aufbau und Abbruch, in: Burke/Hiepel/ Niggemeier/Zimmermann (Hrsg.): Theologiestudium im digitalen Zeitalter, Stuttgart, 187-198.