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Forschungsprojekt über Maßnahmen zur Suche nach vermissten ehemaligen Kämpfer*innen und zur Familienzusammenführung unter den Unterzeichnenden des Friedensabkommens in den Sondergebieten für kollektive Wiedereingliederung Tierra Grata und Pondores (Kolumbien)
Das Forschungsprojekt unter der Leitung von Prof. Dr. Ana Guglielmucci (Universidad del Rosario), Dr. Hendrikje Grunow (KU) und der Doktorandin Aurora Pachano (UR) untersucht die Prozesse der Suche nach vermissten ehemaligen Kämpfer*innen und die familiäre Wiedervereinigung dieser im Kontext des kolumbianischen Friedensabkommens von 2016. Die Studie konzentriert sich auf die Unterzeichnenden des Friedensabkommens in den Sondergebieten für kollektive Wiedereingliederung in Tierra Grata und Pondores. Ein Ausgangspunkt ist die Feststellung, dass diese Bemühungen oft durch eine restriktive juristische Definition von Familie erschwert werden, was zu Spannungen zwischen staatlichen Vorgaben und der sozialen Realität der Betroffenen führt.
Durch einen qualitativen und partizipativen Forschungsansatz werden die Strategien analysiert, die die ehemaligen Kämpfer entwickeln, um verschwundene Weggefährten zu finden und ihre Familienbande neu zu knüpfen. Das Vorhaben verfolgt dabei die Lebenswege der Beteiligten, um ein tiefes Verständnis für deren Hintergründe zu gewinnen. Darauf aufbauend werden sowohl die persönlichen als auch die kollektiven Strategien zur Lokalisierung Vermisster und zur Neugestaltung von Lebensentwürfen beschrieben. Ein wesentlicher Teil der Arbeit besteht darin, die Hindernisse und systemischen Spannungen zu identifizieren, die diesen Prozessen entgegenstehen.
Ziel der Untersuchung ist es, fundierte empirische Belege und kritische Reflexionen bereitzustellen, die zur Verbesserung der öffentlichen Politik im Bereich der Wiedereingliederung beitragen. Damit leistet das Projekt einen wichtigen Beitrag zur Erfüllung der Opferrechte und zur Festigung der Garantien für eine Nicht-Wiederholung von Gewalt in Kolumbien.