Laufende Forschungsprojekte

1. Die deutschen Predigten Meister Eckharts, Band IV

Das Projekt wird gefördert durch die DFG seit 1983 und durch die Meister-Eckhart-Stiftung.

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2. PIK - Predigt im Kontext

Das Projekt wurde gefördert (ab 2010 bis 30.09.2018) durch DFG WE4364/2-2.

Die Datenbank wird aus Mitteln der KUEI weiter gepflegt und ergänzt.

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3. Rezeptionsorientierte Edition der Kirchenjahrespredigten Johannes Taulers

Das Projekt wird gefördert durch die DFG (WE 4364/6-1) (Beginn: 01.02.2018)

Die im Rahmen des Projekts 'Predigt im Kontext' (oben unter B) betrachteten Handschriftenbestände beinhalten auch die Gesamtüberlieferung der Predigten Johannes Taulers. Mittelfristig soll die mittlerweile obsolete Ausgabe von Ferdinand Vetter [(Hg.), Die Predigten Taulers, aus der Engelberger und der Freiburger Handschrift sowie aus Schmidts Abschriften der ehemaligen Straßburger Handschriften, Berlin 1910 (DTM 11)], durch eine neue, aus der Analyse dieser Überlieferungszeugen hervorgehende rezeptionsorientierte Ausgabe ersetzt werden. Diese Edition wird in Kooperation mit Prof. Dr. Volker Leppin (Eberhard Karls Universität Tübingen) und Herrn Torsten Schaßan (Herzog-August-Bibliothek Wolfenbüttel) erarbeitet.

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4. Übersetzung und Kommentar zu "Thomas III", der anonymen Bearbeitung von Thomas v. Cantimpre 'Liber de natura rerum'.

(DFG WE4364/5-1 bis Dezember 2017)

Die 1992 auf der Grundlage von fünf Handschriften erstellte Leseausgabe von De naturis rerum (Thomas III) wurde durch die auf 23 Handschriften beruhende kritische Ausgabe ersetzt (Dr. Ludwig Reichert Verlag Wiesbaden 2017, Reihe WILMA, Bd. 54/1). Derzeit wird die von Janine Déus und Christian Hünemörder erarbeitete Rohfassung eines umfangreichen quellen­analytischen Kommentars zu Redaktion III der Naturenzyklopädie des Thomas von Cantimpré (Thomas III) überarbeitet. Die Kommentarbemerkungen geben sachliche Erläuterungen und Quellennachweise zum Text von Thomas III. Ferner wird eine vollständige nhd. Übersetzung die Ausgabe ergänzen. Sie erscheint in der Reihe WILMA als Band 54/2.

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5. Konrad von Megenberg, Buch von den natürlichen Dingen

Vervoll­ständigung der Edition (Tübingen 2003, gefördert durch DFG von 1984 bis 1996)

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6. Digitale Bearbeitung von: „Repertorium der lateinischen Sermones des Mittelalters“

Das „ Repertorium der lateinischen Sermones des Mittelalters“  wurde für die Zeitspanne 1150 - 1350 von dem Freiburger Theologieprofessor Johannes Baptist Schneyer erarbeitet und im Verlag Aschendorff in Münster herausgegeben (= Bei­träge zur Geschichte der Philosophie und Theologie des Mittelalters), es erschienen 11 Bände in den Jahren 1969-1995.

In Kooperation mit dem Aschendorff-Verlag sollen diese Materialien des Schneyer I (1150-1350) nun (bis 31.12. 2018) so aufbereitet und überarbeitet werden, dass künftig eine Koppelung mit den digitalen Daten des Schneyer II [Schneyer, Johannes Baptist; Hödl, Ludwig (Hrsg./Bearbeiter): Repertorium der lateinischen Sermones des Mittelalters für die Zeit von 1350 - 1500 = CD-ROM inventory of medieval Latin sermons 1350 – 1500, nach den Vorarbeiten von J. B. Schneyer hrsg. von L. Hödl. Münster: Aschendorff, 2001] möglich sein wird.

Ziel des Projekts ist es, den gesamten Datenbestand des „Schneyer“ in einer öffentlich zugänglichen Datenbank verfügbar zu machen.

Das Projekt basiert auf einer Gemeinschaftsfinanzierung des Verlags (http://www.aschendorff-buchverlag.de/) und der „Forschungsstelle für geistliche Literatur des Mittelalters“ der KU Eichstätt-Ingolstadt, zu der auch der Berliner Unternehmer Dr. Hans-Jörg Leuchte (www.leuchte-immobilien.de) einen erheblichen Zuschuss beisteuert. So liegt der Musterfall einer Public-Private-Partnership (PPP) vor.

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Projektleitung:

Wiss. Mitarb.:

Wiss. Hilfskraft:

  • Maria Geu (von Jan. 2014 bis Feb. 2016)

7. Boner, Der Edelstein. Digital-Dokumentation und -Edition

Boner, Der Edelstein. Digital-Dokumentation und -Edition

(in Kooperation mit der UB Heidelberg)

Der Edelstein des von 1324-50 in Bern ur­kun­denden Dominikaners (Ulrich?) Boner ist mit 100 von Pro- und Epilog umrahmten Texten die erste geschlossene und als ein­heitliches buoch kon­zi­pierte Samm­lung äsopischer Fabeln und funktions­ver­wand­ter anonymer Exempla in deutscher Sprache. Sie ist (incl. Streu­gut) in 36 zumeist illu­strierten Handschriften und zwei Inku­nabelausgaben noch der Guten­berg-Zeit (Bam­berg 1461 und 1463/64) überliefert und in letzteren das mutmaßlich erste mit Typen und Holz­­schnit­ten ge­­druckte ­Buch überhaupt. Erste gattungs- und quellen­geschicht­liche Edelstein-Studien verdankten sich seit Mitte des 18. Jahrhunderts pro­minenten deutschen Dichtern (Ch. F. Gellert, J. Ch. Gottsched, G. E. Lessing), bevor die Samm­lung bei den Gründervätern der germanistischen Mediävistik (J. J. Bodmer, J. J. Brei­tinger, G. F. Benecke, J. und W. Grimm, K. Lachmann, F. Pfeiffer) zum Erpro­bungs­objekt verschiedener editionsmethodischer Angänge für breit überlieferte vor­moderne volks­spra­chige Texte wurde. Die bis dahin bereits fünfte und bis heute letzte ihrer Edelstein-Ausgaben, die editio citanda Pfeiffers von 1844 (Neuaufl. Stange 2016), liegt nun schon gut 175 Jahre zurück und konnte sich auf nicht einmal die Hälfte der heute bekannten 38 Textzeugen stützen. Da die opulente Überlieferung einen jedoch auf­fällig un­­festen Textumfang mit im wesentlichen drei Bestandsklassen zu 100, 90 und 84 Samm­lungstexten auf­weist, gab sie die stem­ma­to­logisch langhin kruzia­le Frage auf, "ob dies allein auf Verstümmelungen im Überlie­fe­rungsablauf zurückgeht oder ob sich darin von B[oner] zu ver­ant­wor­tende Edi­tions­schritte spiegeln" (K. Grubmüller, Art. 'Boner', in: 2VL, Bd. 1, 1978, Sp. 948f.). Mitt­ler­weile hat eine Gesamtkollationierung der Überlieferung und der flan­kierende Ein­satz digitaler phylo­gene­tischer Stemmata klare Evi­denz dafür ergeben, dass das hete­ro­gene Über­lie­fe­rungs­bild nicht von suk­zessivem 'Aufwuchs' eines Ausgangsbestands, sondern von ge­brauchs­be­dingt eklek­tischer Tra­die­rung und Bestands­frag­mentie­rung der Ursprungs­samm­lung verursacht wurde.

Da es ein philologischer Anachronismus wäre, den 'Urtext' – wie es Pfeiffer versuchte – rekonstruktions­methodisch anzuzielen, kann (zumal die Filiationen kontaminiert sind) eine neue Edition nur nach dem Leithandschriftenprinzip verfahren. Aber auch dem stellt die Überlieferungslage erhebliche Hindernisse in den Weg, da beide dem Archetyp nächsten Handschriften verschollen oder vernichtet und nurmehr in Teilen bezeugt sind und drei weitere der umfangreichsten Bestandsklasse starke materielle Verluste oder unikale Lesarten aufweisen. Um die von Boner intendierte Gesamt­samm­l­ung mit dem numerus perfectus von 100 bîschaft samt Pro- und Epilog zu reprä­sentieren, ist daher bis zu fünf Leitcodices und unvermeidlich auch solchen dezi­mierter Bestandsgruppen zu folgen. Der geplante digitale Darstellungs­modus er­mög­licht es, dem zurückhaltend normalisierten Editionstext (mit textkritischem Apparat und Kom­mentar) die für Fassungsvarianten repräsentativsten Textzeugen in Trans­krip­tionen synoptisch zuzu­schalten, die dem XML-basierten Standard der Text Encoding Initiative (TEI) folgen. Zudem können den Editionstexten auch sämtliche der nicht trans­kri­bierten Überlieferungsträger in Digitalfaksimiles zur Seite gestellt wer­den. Eine Bild­datenbank soll überdies die insgesamt annähernd 1.350 Edelstein-Illu­stra­tionen ver­glei­chend erschließbar machen.

Nach Abschluß der bis März 2020 vorgesehenen Vorbereitungsphase bewirbt sich das in Koopera­tion mit der UB Heidelberg projektierte und auf den Seiten der dor­tigen digitalen heiEDTIONS zu präsen­tierende Boner-Portal um eine Förderung durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft. Probestücke des aktuellen Projekt-Standes sind bei Anforderung des Zugangsstichworts auf einer Arbeitsplattform (s. u.) einsehbar.

Ansprechpartner

Prof. Dr. Gerd Dicke, SLF, Tel. 21525 , UA 228

Dr. Simon Falch, SLF, Tel. 23095 , UA 215

Christina Patz, M.A., Tel. 21649, SAL 008

Jennifer Thost, Tel. 23095, UA 215

Weitere Informationen

zur Arbeitsplattform des Edelstein-Projekts

zu heiEDITIONS, dem Verzeichnis der digitalen Editionen der Universität Heidelberg

zur Edelstein-Überlieferung

zur Edelstein-Inkunabel ([Albrecht Pfister], 14.2.1461)

zur Edelstein-Ausgabe von 1844

Ulrike Bodemann, Gerd Dicke: Grundzüge einer Überlieferungs- und Textgeschichte von Boners Edelstein. In: Deutsche Handschriften 1100-1400. Oxforder Kolloquium 1985. Hrsg. von Volker Hone­mann und Nigel F. Palmer. Tübingen 1988, S. 424-468 auf https://www.research­gate.43440592

8. Materia praedicabilis. Lateinisch thesauriertes Predigtwissen in der volkssprachigen Predigtpraxis

Dem mittelalterlichen Prediger standen zahlreiche lat. Handbücher und Hilfsmittel zu Gebote: volu­mi­nöse Promp­tuarien, die mit dem zu Predigt­anlaß und -thema verwertbaren Wissen versorg­ten, mit Bibelstellen und deren Kommentierung, mit einschlägigen Autoritäten-dicta, pro­themata, narrativen exempla etc. Eine syste­ma­ti­sche Erfassung auch nur der im 15. Jhd. gedruckten und damit wirkungs­mäch­tig­sten dieser preaching tools steht bislang aus. Gleiches gilt für die Analyse der Kon­struk­tions­weisen, der Ord­nungsformen und der Um­setzungen dieses Heils­wissens in die Predigt. Zwar kon­sta­tiert die jüngere For­schung die komposite und kompi­latorische Faktur der volks­sprachlichen Predigt, für die offenbar ein "Baukastensystem thematischer Einheiten" und ein "Pool von Text­bau­steinen" (R. Schiewer) bereit standen, doch sind die Provenienzen und Zurichtungen ihres Materials sowie die Formen seiner Montage bis anhin kaum im Blick. Anzusetzen wäre bei der Nutzung und Aktivierung des 'Archivs' der lat. homile­tischen Kom­pendien in der volkssprachlichen Predigtpraxis. Angesichts der Überlieferungsfülle beider Komplexe kann dies nur exemplarisch geschehen. Das Projekt ­nimmt dazu vier historische Längsschnitte vor: es erhebt das in den preaching tools zu je einem Predigtanlaß de tempore und de sanctis (Weißer Sonntag und St. Lau­renz) sowie zu zwei Themen­komplexen (gula/Völlerei und predicatio/Pre­digt) bereitgestellte Material und setzt es in vergleichenden Bezug zu allen über­lieferten mhd. und frnhd. Pre­digten zu diesen je zwei Jahreskreis-Anlässen und Themen. Die Korrelierung der lat. vor­forma­tier­ten Wissens­bestände mit den volks­sprach­lich applizierten gewährt Auf­­schlüsse vielfältigster Art, voran episte­mologische sowie medien- und gattungs­geschicht­liche, aber auch solche zum Verhältnis von Theo­logie und Seel­sorge, Homiletik und Predigtpraxis, Latein und Deutsch u.a.m.

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9. 'Rat' und 'Hilfe' in der Literatur zur Stauferzeit

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10. Johannes Tauler in Drucken. Vom ersten Taulerdruck im späten 15. Jahrhundert bis zur lateinischen Übersetzung des 16. Jahrhunderts

Das vermeintliche Predigtwerk des Dominikaners Johannes Tauler († 1361) wurde ab 1498 von etlichen Offizinen in den Druck gebracht, so etwa in Leipzig (1498), Augsburg (1508), Basel (1521/22), Köln (1543) et cetera. Durch ihre der medialen Machart des Druckes geschuldete Vielzahl von Exemplaren mit identischem Textbestand setzte einerseits ein gewisser Normierungsprozess bei den Texten ein, der die Vielfalt der Einzelhandschriften ablöste.

Doch im Gegensatz zu der Verbreitung über einzelne Handschriften führten besonders diese in höherern Auflagen verfügbaren identischen Drucke dazu, dass „seine [= Taulers] Predigten über die Jahrhunderte präsent geblieben“ sind, wie es Gerhard Wehr in seiner Einführung zur Deutschen Mystik auf S. 104 formuliert.

Unser heutiges Bild des Predigers Johannes Tauler ist also leitend geformt von jenen Predigtversionen, welche in den Taulerdrucken vorzufinden sind. Im Dissertationsprojekt zu „Johannes Tauler in Drucken. Vom ersten Taulerdruck im späten 15. Jahrhundert bis zur lateinischen Übersetzung im 16. Jahrhundert“ soll deshalb das Hauptaugenmerk darauf gelegt werden, wie aus einem ersten Grundstock von 84 Predigten der Leipziger Druckfassung von 1498 über zahlreiche Erweiterungen ein weitaus umfassenderes Predigt-Oeuvre Taulers über merkwürdige Rezeptionsprozesse entwickelt wurde.

In dieser von verschiedenen Akteuren geprägten „Tauler“-Sammlung ist freilich vielfach nicht nur der Ursprung der hinzugekommenen „neuen“ Texte häufig unbekannt, sondern oft ist auch nicht einfach erkennbar, an welchen Stellen durch Umstellung, Neusortierung und Anpassung sogar Texte eingebunden werden, die nicht aus Taulers Hand, sondern aus der anderer großer Meister stammen.

Ziel des Projekts ist es, all diese dunklen Stellen von Autorzuweisung sowie Textveränderung und damit Umdeutung aufzuspüren, in ihren Eigentümlichkeiten zu analysieren und durch detaillierte Vergleiche das vordergründige Dunkel der Überlieferung in differenzierte Grautöne aufzuhellen.

Das Dissertationsprojekt wird betreut von Prof. Dr. Rudolf Kilian Weigand.

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Tobias Benzinger, Tel. 23201, SAL 008

11. Tauler Spanisch

Gastprofessur Prof. Dr. Carlos Ruta (UNSAM, Buenos Aires) Oktober 2019 bis Februar 2020

Über die lateinische Übersetzung von Taulers Predigten durch Laurentius Surius konnte das Werk des Dominikaners auch im romanischen Sprachraum eine enorme Wirkung entfalten. Die heutige Forschungssituation leidet allerdings darunter, dass ein verbindlich zitierbarer Text der Predigten insbesondere in spanischer Übersetzung nicht zugänglich ist. Im Rahmen der Forschungsförderprogramme der KUEI (ProFor) wurde ein mehrmonatiger Forschungsaufenthalt des renommierten Mystik-Kenners Carlos Ruta (vgl. Bibliographie der Meister-Eckhart-Gesellschaft) ermöglicht. In dieser Zeit konnte für die ersten Predigten der rezeptionsorientierten Tauler-Edition (s.o. Nr. 3) eine spanische Übersetzung erarbeitet werden. Diese Kooperation wird fortgesetzt.

Ansprechpartner

Prof. Dr. Rudolf K. Weigand, Tel. 21518, UA-215

Weitere Informationen

Texte demnächst unter 'Rezeptionsorientierte Edition der Kirchenjahrespredigten Taulers'