Sozioemotionale Kompetenzen im Rahmen der Familie:
Überblick und Evidenz zweier digitaler Kurzinterventionen für Kindergartenkinder
Sozioemotionale Kompetenzen sind Grundsteine sozialer Partizipation und gesellschaftlichen Zusammenlebens. Menschen, die ihre eigenen Gefühle regulieren und sich in sozialen Situationen angemessen verhalten können, haben häufig gesündere Beziehungen, größeren akademischen und beruflichen Erfolg sowie ein höheres Wohlergehen. Sozioemotionale Kompetenzen sind dabei nicht angeboren, sondern werden über die gesamte Lebensspanne hinweg im Rahmen sozialer Erfahrungen und kognitiver Entwicklung konstruiert. Die Kindheit stellt eine zentrale Phase dar, in der grundlegende sozioemotionale Fähigkeiten erlernt und weiterentwickelt werden. Eine solide Basis sozioemotionaler Kompetenzen erleichtert Kindern den weiteren Lebensweg.
Jedoch zeigen sich bereits im frühen Kindesalter Unterschiede in sozioemotionalen Kompetenzen, beispielsweise in Abhängigkeit vom Geschlecht der Kinder oder vom Bildungsniveau der Eltern. Um solchen frühen Unterschieden entgegenzuwirken und Kinder aus unterschiedlichen familiären Kontexten in ihrer Entwicklung zu unterstützen, bieten sich niedrigschwellige Interventionen an. Insbesondere digitale Interventionen ermöglichen eine breit zugängliche und individuell anpassbare Förderung.
Der Vortrag gibt zunächst einen kurzen theoretischen und empirischen Überblick über die Entwicklung sozioemotionaler Kompetenzen im Kindesalter sowie über sozioemotionales Lernen in der Familie. Im Fokus stehen zwei digitale Kurzinterventionen. Nach einer Beschreibung der Studienabläufe und der entwickelten Apps werden bislang unveröffentlichte empirische Befunde zu deren Wirksamkeit sowie zum sozioemotionalen Lernen in der Familie und den sozioemotionalen Kompetenzen der Kinder vorgestellt. Diskussionen der Interventionen und der zugrundeliegenden Forschungsmethoden sind herzlichst erwünscht.