Handschriften

M17: Handschriftenkunde & Gegenwartsliteratur

Handschriftenkunde ist die wissenschaftliche Disziplin, die sich mit der materiellen, formalen, textlichen und historischen Analyse handschriftlich überlieferter Texte befasst. Sie untersucht Handschriften als kulturelle Artefakte und als Träger von Texten, indem sie Aspekte wie Beschreibstoff, Schrift, Layout, Einband, Herstellung, Gebrauch, Überlieferungskontext und Provenienz systematisch erschließt. Ziel der Handschriftenkunde ist es, Entstehung, Funktion, Überlieferung und Rezeption handschriftlicher Texte zu rekonstruieren und sie für philologische, historische, theologische und kulturwissenschaftliche Fragestellungen nutzbar zu machen.

Gegenwartsliteratur bezeichnet den Bereich der Literatur, der zeitlich der unmittelbaren Gegenwart zugeordnet ist und in der Regel Texte vom späten 20. Jahrhundert bis in die Gegenwart umfasst. Sie zeichnet sich dadurch aus, dass sie aktuelle gesellschaftliche, kulturelle, politische und religiöse Erfahrungen literarisch reflektiert und in engem Zusammenhang mit ihren jeweiligen Entstehungs- und Rezeptionskontexten steht. In den Geistes- und Kulturwissenschaften wird Gegenwartsliteratur als ein offenes, dynamisches Forschungsfeld verstanden, dessen zeitliche Abgrenzung nicht strikt festgelegt ist und dessen Analyse besondere methodische Sensibilität für Zeitgenossenschaft, Selbstreflexivität und fortlaufende Kanonbildung erfordert.

Handschriftenkunde & Gegenwartsliteratur im Masterstudiengang MA Eastern Christian Studies

Das Modul M17: Handschriftenkunde & Gegenwartsliteratur besteht aus zwei Lerneinheiten:

  • M17.1: Zwischen Skriptorium und Druckerpresse: Handschriften und Bücher als kulturelle Medien im Christlichen Osten (2 ECTS)
  • M17.2: Ostkirchliche Themen in zeitgenössischer Literatur (1,5 ECTS)

Als Leistungsnachweis ist die Katalogisierung einer Handschrift vorgesehen (1,5 ECTS).
Das Modul umfasst insgesamt 5 ECTS.

Inhalte

  • Geschichte, Materialität und Typologie der Handschriften des Christlichen Ostens
  • Einführung in Paläographie, Kodikologie und Textkritik der östlichen Schrifttraditionen
  • Kulturgeschichte des Buches und des Buchdrucks im Nahen Osten und in den slawischen Ländern, einschließlich der venezianischen Druckzentren
  • Entwicklung und Funktion kirchlicher, liturgischer und theologischer Buchproduktion in verschiedenen Epochen und Sprachräumen
  • illuminierte Handschriften als Kunstobjekte: Ikonographie, Stil, Materialität und liturgischer Gebrauch
  • Herstellung, Gestaltung und Materialanalyse von Manuskripten (Pergament, Papier, Tinte, Einband)
  • handschriftliche Überlieferung und ihre Bedeutung für Theologie, Liturgie, Literatur- und Geistesgeschichte des Christlichen Ostens
  • Einführung in internationale Katalogisierungs- und Editionsstandards (z. B. TEI)
  • Nutzung digitaler Werkzeuge und Datenbanken für Manuskriptforschung
  • Überblick über die wichtigsten Handschriftenbibliotheken und Sammlungen in Ost und West (Jerusalem, Kairo, Sinai, Rom, Wien, St. Petersburg, London, Venedig, Paris, Vatikan u. a.)
  • Belletristische, essayistische und lyrische Literatur ostkirchlicher Autorinnen und Autoren

Lernziele und Kompetenzerwerb

  • Die Studierenden verfügen über vertiefte Kenntnisse der Geschichte, Materialität und Überlieferung von Handschriften des Christlichen Ostens.
  • Sie kennen die wichtigsten Schrifttraditionen und Buchkulturen der östlichen Kirchen und können sie historisch und kulturell einordnen.
  • Sie sind in der Lage, Handschriften in Bezug auf Schrift, Layout, Paratexte, Material, Einband und Kolophone zu beschreiben und zu analysieren.
  • Sie kennen die grundlegenden Prinzipien der Katalogisierung, Editionspraxis und Digitalisierung von Handschriften.
  • Sie können mit wissenschaftlichen Hilfsmitteln wie Handschriftenkatalogen, Online-Datenbanken, digitalen Repositorien und Paläographie-Handbüchern sicher umgehen.
  • Sie erkennen die Bedeutung der Handschriftenüberlieferung für Theologie, Liturgie, Literatur- und Kulturgeschichte des Christlichen Ostens.
  • Sie können zeitgenössische Texte ostkirchlicher Autorinnen und Autoren (Belletristik, Essayistik, Lyrik, Diaspora-Literatur etc.) im Lichte ihrer historischen, konfessionellen, sprachlichen und kulturellen Kontexte kritisch interpretieren.
  • Sie vollziehen aktuelle Debatten zu kulturellem Erbe, Identität und Erinnerungskultur nach und ordnen diese in einen größeren geistes- und kulturgeschichtlichen Zusammenhang ein.

M17.1: Zwischen Skriptorium und Druckerpresse: Handschriften und Bücher als kulturelle Medien im Christlichen Osten

Dozierender

N. N.

M17.1: Zwischen Skriptorium und Druckerpre...

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Turnus und Zeitaufwand

Die Lerneinheit wird jeweils im Wintersemester angeboten. Sie umfasst 2 SWS (= 1 ECTS) digitales selbstgeleitetes Lernen (mit synchronen Meetings) und etwa gleich viel selbstständige Vor- und Nachbereitungszeit (= 1 ECTS).

M17.2: Ostkirchliche Themen in zeitgenössischer Literatur

Dozierender

Dipl.-Theol. Joachim Braun
Scientific Coordinator and Manager des Eastern Christian Studies Online Campus
Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt

Braun

Zeitgenössische Literatur eröffnet einen einzigartigen Zugang zu ostkirchlichen Themen, weil sie gelebte Theologie, historische Erfahrung und aktuelle gesellschaftliche Fragen unmittelbar miteinander verbindet – genau darin liegt der besondere Reiz dieser besonderen Lehrveranstaltung.

Zeitgenössische Literatur eröffnet einen einzigartigen Zugang zu ostkirchlichen Themen, weil sie gelebte Theologie, historische Erfahrung und aktuelle gesellschaftliche Fragen unmittelbar miteinander verbindet – genau darin liegt der besondere Reiz dieser besonderen Lehrveranstaltung.

- Joachim Braun
M17.2: Ostkirchliche Themen in zeitgenöss...

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Turnus und Zeitaufwand

Die Lerneinheit wird jeweils im Wintersemester angeboten. Sie umfasst 1 SWS (= 0,5 ECTS) synchrone digitale Meetings und etwa doppelt so viel selbstständige Vor- und Nachbereitungszeit (= 1 ECTS).

Informationen zum Leistungsnachweis