Teaching Assistant an der University of Notre Dame (Ind., USA)

Die Universität Notre Dame du Lac („Notre Dame“) lädt maximal einen Studierenden der Katholischen
Universität Eichstätt-Ingolstadt ein, für ein akademisches Jahr als Sprachassistent*in im Fachbereich für deutsche und russische Sprache und Literatur sowie beim Department of German, Slavic, and Eurasian Studies der Universität Notre Dame zu arbeiten. Studierende, die in Eichstätt in einem beliebigen Bereich der Germanistik immatrikuliert sind, können sich für das Programm bewerben.  Die Laufzeit der Sprachassistenz für die Teilnahme am Programm erstreckt sich von August bis Mai eines jeden akademischen Jahres während der Laufzeit dieser Vereinbarung.

Nur für Studierende der Germanistik auf Master-Niveau.

 

  • Welche Aufgaben erwarten Sie?:
    • Lehre von Grundkursen Deutsch (Anfänger*innen) inkl. Vorbereitung, Korrekturen und Sprechstunden (ca. 10–13 Std./Woche).
    • Mitwirkung an kulturellen und extracurricularen Aktivitäten (z. B. Sprachstammtische, Events, Language & Culture Week).
    • Projektarbeit in Zusammenarbeit mit Notre Dame Global (ca. 2 Std./Woche).
    • Teilnahme an fachlicher Weiterbildung und Mentoring.
       
  • Wie gestaltet sich das Studium vor Ort?:
    • Einschreibung als Non-Degree Student (Masterlevel, 7–8 Credit Hours pro Semester).
    • Pflichtkurse: Service-Learning-Kurs (1 Credit pro Semester), zwei Graduate-Kurse pro Semester (darunter „Methods in Second Language Teaching“ im Herbst).
       
  • Welche Rahmenbedingungen gibt es?:
    • Max. 20 Stunden Arbeitsaufwand pro Woche.
    • Keine Anstellung im arbeitsrechtlichen Sinne.
    • Umfassende fachliche und persönliche Betreuung durch Department und Center.
       
  • Welche finanzielle Unterstützung erwartet Sie?:

    Zusätzlich zur Befreiung von den Studiengebühren (der/die TA zahlt keine Studien- oder Einschreibegebühren) bietet Notre Dame folgende finanzielle Unterstützung:

    • Übernahme der Kosten für die US-Krankenversicherung
    • Übernahme der Visumantragsgebühren bis zu 300,00 $
    • Zuschuss für den Hin- und Rückflug von Deutschland nach South Bend bis zu 2.000,00 $
    • Wohngemeinschaft in den Fisher Graduate Apartments oder anderen Campus-Unterkünften
    • Verpflegung im Campus-Restaurant
    • Zusätzliches monatliches Stipendium in Höhe von 500,00 $
       
  • Was sind die formalen Voraussetzungen für die Bewerbung?:
    • Immatrikulation in der Germanistik auf Master-Niveau (d.h. abgeschlossener Bachelor oder entsprechend absolvierte Credits)
    • Transcript of Records (auf Englisch, mind. Note 2,3)
    • Motivationsschreiben (max. 2 Seiten, in englischer Sprache), Adressat: International Office der KU
    • Zwei Empfehlungsschreiben von zwei Lehrenden der Germanisitik
    • Nachweis TOEFL iBT min. 95 Punkte
       
  • Wie funktioniert der Bewerbungsprozess?:
    • Bewerbung erfolgt über das weltweite Programm. Beachten Sie bitte die Fristen.
    • Das International Office prüft die formalen Voraussetzungen.
    • Die endgültige Auswahl trifft die University of Notre Dame.

Nächste Bewerbungsfrist: 26. Oktober - 16. November 2026

Weitere Informationen des International Office der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt finden Sie hier

Ansprechpartnerinnen

Stephany Koujou
Stephany Koujou
Koordination Outgoing-Studierende
Gebäude Domplatz 8  |  Raum: DP8-201 | Campus Eichstätt
Friederike Reents
Prof. Dr. Friederike Reents
Lehrstuhl für Neuere deutsche Literaturwissenschaft
Caroline Emmelius
Prof. Dr. Caroline Emmelius
Lehrstuhl für Ältere deutsche Literaturwissenschaft und Leitung der Forschungsstelle für geistliche Literatur des Mittelalters (FgLM)

Erfahrungen als Teaching Assistant

Clara-Maria Baumann

Clara-Maria Baumann (2025/2026)

Über den großen Teich ...

Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne, Der uns beschützt und der uns hilft, zu leben. An keinem wie an einer Heimat hängen, Der Weltgeist will nicht fesseln uns und engen, Er will uns Stuf´ um Stufe heben, weiten
HERMAN HESSE, STUFEN (1941)

Als ich im Sommersemester 2025 zum ersten Mal den Flyer für die Stelle als Foreign Language Teaching Assistant (FLTA) in den Händen hielt, hätte ich niemals gedacht, dass ich heute einen Rückblick auf meine Zeit in den USA schreiben würde. Um ehrlich zu sein, fühlte ich mich anfangs gar nicht angesprochen. Obwohl ich alle formalen Voraussetzungen erfüllte, gab es viele Faktoren, die mich zögern ließen: Ich befand mich gerade im ersten Semester meines Masters – wie sollte ich ein ganzes Jahr in Amerika in meinen Studienverlaufsplan integrieren? Waren meine Noten ausreichend? Und konnte ich Deutsch als Fremdsprache unterrichten, obwohl ich im Staatsexamen reine Germanistik studiert hatte? Glücklicherweise hatte ich mit Frau Reents und Frau Emmelius tolle Ansprechpartnerinnen an meiner Seite. Gemeinsam erstellten wir einen Plan, und ich wagte schließlich die Bewerbung. Im Januar folgte die Zusage, was den ersten Teil des Abenteuers einläutete: die Visumsbeantragung.

Notre Dame University

Obwohl ich dachte, nach einem Bachelorstudium und dem Staatsexamen auf alle Hürden vorbereitet zu sein, entpuppte sich der Visumsprozess als eine nervenaufreibende Odyssee aus Hoffen und Bangen. Da sich die politischen Bestimmungen wöchentlich änderten, wurden die Anforderungen immer unübersichtlicher. Erst eine Woche vor meiner Abreise erhielt ich endlich die Zusage und konnte meinen Pass samt „Eintrittskarte“ in mein neues Zuhause abholen. Am 15. August begann die Reise. Da Notre Dame in South Bend, Indiana, liegt, gibt es keinen Direktflug. Daher führte mich mein Weg über München und Chicago schließlich an mein Ziel. Die erste Woche, die Orientation Week, stand ganz im Zeichen des Kennenlernens und der Erkundung des beeindruckenden Campus. Unsere Gruppe besteht aus insgesamt sieben FLTAs aus Kenia, Brasilien, der Ukraine, Taiwan, Korea, Irland und Deutschland. Wir wohnen in der Fischer Graduate Residence, einer kleinen Gemeinschaft aus etwa 40 Häusern. In jedem Haus befinden sich sechs Apartments, die jeweils von zwei Graduate Students bewohnt werden. Die FLTAs sind meist gesammelt im Haus 13 untergebracht. Die Zimmer sind bereits mit einer Grundausstattung versehen, und für die ersten Tage wurde uns sogar Essen bereitgestellt. Nach der Eingewöhnungsphase begann dann endlich das offizielle Semester.

Notre Dame University

Als Graduate Student belegte ich Kurse wie Beginner Italian, German Literature und Foreign Language Acquisition and Instruction. Gleichzeitig unterrichtete ich selbst: Im ersten Semester leitete ich den Kurs Beginning German 102, im zweiten Semester Beginning German 101. Ist Vorerfahrung im Unterrichten sinnvoll? Definitiv. Dank meiner Praktika und meiner Tätigkeit als Brückenlehrkraft fühlte ich mich gut vorbereitet. Das Unterrichten als FLTA hier in den USA ist eine verantwortungsvolle Aufgabe: Es handelt sich um vollwertige 4-Credit-Kurse, deren Noten für die Studierenden zählen. Man ist kein Tutor, sondern eine vollwertige Lehrkraft und Teil des Departments. Das akademische Leben in den USA ist außerdem intensiver und oft persönlicher als in Deutschland. Besonders die Office Hours werden von den Studierenden sehr ernst genommen. Dies ermöglicht einen engen Kontakt und eine individuelle Förderung. Auch ich als Studentin fühlte mich durch die enge Zusammenarbeit mit den Professoren stärker gesehen. Gleichzeitig war das Jahr ein Balanceakt: Da ich parallel Kurse für meinen Master in Deutschland belegte und meine Masterarbeit schrieb, war striktes Zeitmanagement gefragt. Meine Dozenten vor Ort zeigten dafür jedoch großes Verständnis. Dennoch vermisste ich gelegentlich die Freiheiten (wie die fehlende Anwesenheitspflicht), die ich von deutschen Universitäten gewohnt war.

Notre Dame University

Hermann Hesse schrieb, dass jedem Anfang ein Zauber innewohnt, doch auch jedem Ende wohnt ein ganz eigener Wert inne. Der Abschied von Notre Dame fällt mir schwerer, als ich anfangs gedacht hätte und ich sage das mit einer gewissen Portion Stolz. Denn dieser Abschied zeigt, wie viel mir die Zeit hier bedeutet hat. Ich gehe mit einem Koffer voller wertvoller Erfahrungen nach Hause: Ich konnte mich als Lehrerin weiterentwickeln, habe neue akademische Perspektiven gewonnen und Freunde gefunden, die hier zu meiner Familie wurden. Notre Dame und die Menschen, die ich hier kennenlernen durfte, werden immer einen festen Platz in meinem Herzen haben. Vielleicht fühlt es sich anfänglich so an, als ginge es ans andere Ende der Welt. Bei einem stundenlangen Flug über den offenen Ozean ist das auch kein Wunder. Doch am Ende ist es eben nicht das Ende der Welt, sondern nur der Weg einmal über den großen Teich. Eine neue Welt wartet dort auf dich. Trau dich und wag das Abenteuer! Ich weiß, ein solcher Schritt braucht Mut, aber ich kann dir nur sagen es lohnt sich.

Hier finden Sie ein Interview der University of Notre Dame, einen Bericht zu Clara-Maria Baumann sowie ihre Biografie. Den Erfahrungsbericht als PDF-Format können Sie hier aufrufen.