Archiv/Vergangene Veranstaltungen

Veranstaltungen des Sommersemesters 2021

Lehrveranstaltungen

Sommersemester 2021

Fake und Fakt im Bild. Rollenzuweisungen und Blickbegegnungen: Kulturen des berichtenden Bildes

Eine Veranstaltung der Ad-hoc-Arbeitsgruppe Faktizität der Welt an der Bayerischen Akademie der Wissenschaften.

Die Gesprächsreihe von Prof. Michael F. Zimmermann mit Horst Bredekamp, Matthias Bruhn, Dieter Mersch und anderen ist nun online zu finden.

Wenn Falschinformationen im Umlauf sind, spielen oft auch Bilder eine wesentliche Rolle. In Sekundenschnelle ins Internet gestellte Bilder gelten in den „Social Media“ vielfach als beste Beglaubigung von Ereignissen. Doch ihre Glaubhaftigkeit gerät durch die Möglichkeiten der Bildmanipulation in Zweifel. Auch die gezielte Desinformation durch Bilder, die aus ihrem ursprünglichen Zusammenhang gerissen und in neue Kontexte gestellt werden, stellt die Glaubwürdigkeit vor allem von Nachrichtenmedien in Frage. Bildmedien haben die Macht, Wirklichkeit glaubhaft zu dokumentieren und dabei zugleich Kontexte und Narrative zu schaffen.  Bilder können sogar zu regelrechten Waffen im Kampf um die Deutungshoheit werden und „Bilderkriege“ entfesseln. In der Online-Gesprächsreihe möchten wir erörtern, mit welchen „Fakes“ und Bildmanipulationen sich unsere Gesellschaft konfrontiert sieht. Welche Strategien der Beglaubigung prägten die visuelle Berichterstattung, und welche neuen Verfahren entwickeln sich gerade? Wie ist es möglich, ein verantwortbares Bild der Wirklichkeit zu zeichnen, auch angesichts der Globalisierung und Digitalisierung? Wie können schließlich in ganz grundlegender Hinsicht Bild-Akte in Bild-Fakten einmünden, sodass Bilder ihre Kraft zur Beglaubigung von Wirklichkeit bewahren? (Bayerische Akademie der Wissenschaften: faktizitaet.badw.de/veranstaltungen/fake-und-fakt-im-bild.html)

Gemeinsam mit Prof. Dr. Christoph Neuberger (Journalistik, FU Berlin) und Dr. Manuel Trummer (Europäische Ethnologie, Universität Regensburg) hat Prof. Dr. Michael F. Zimmermann eine Reihe von interdisziplinären Gesprächen über Bilder und die Bedingungen ihrer Glaubhaftigkeit geführt, aber auch über das Lügen durch visuelle Suggestion. Im Zeitalter des Digitalen kann die Wahrhaftigkeit eines Bilder nicht mehr primär an der Technik des "indexikalischen" Fotos festgemacht werden. Stattdessen geraten Narrativierung, Augenzeugenschaft und Vertrauen bzw. Misstrauen den Bildern gegenüber in den Vordergrund. Auch kann man nicht mehr zwischen objektiven, vermeintlich unbeteiligt perspektivierten und emotional besetzten Bildern trennen. In Zeiten der "Erregungsbewirtschaftung" bleibt freilich die Trennung von Bericht und Kommentar auch in Formaten wie der Reportage ein wesentliches Kriterium institutionell beglaubigter Verlässlichkeit. Die Gespräche fürhen in aktuelle Debatten ein. Vor deren Hintergrund wird auf die Geschichte von Bildern und ihre Beglaubigung zurückgeblickt. Die Gesprächsreihe ist als Material für einen fortgeschrittenen Methodenkurs zur interdisziplinären, bildwissenschaftlichen Debatte geeignet. (Die Arbeitsgruppe wurde aufgrund eines peer-reviewten Verfahrens durch die BAdW gefördert.)

Gesprächspartner: Prof. Dr. Christoph Bareither, Europäische Ethnologie, HU Berlin; Prof. Dr. Horst Bredekamp, Kunstgeschichte, HU Berlin; Matthias Bruggmann, Künstler-Fotograf, Lausanne; Prof. Dr. Matthias Bruhn, Kunstwissenschaft und Medientheorie, Staatliche Hochschule für Gestaltung, Karlsruhe; Prof. Dr. Jens Jäger, Geschichte, Uni Köln; Prof. Dr. Charlotte Klonk, Kunstgeschichte; HU Berlin; Prof. Dr. Klaus Meier, Journalistik und Kommunikationswissenschaften, KU Eichstätt-Ingolstadt; Prof. Dr. Dieter Mersch, Ästhetik und Theorie, Zürcher Hochschule der Künste; Stefan Primbs, Bayerischer Rundfunk; Prof. Dr. Kerstin Schankweiler, Bildwissenschaft, Technische Universität Dresden; Prof. Dr. Michael Seadle, Humboldt-Elsevier Data & Text Centre, Berlin.

Aisthesis Kolloquium
Forschungskolloquium

Programm des Forschungskolloquium am Freitag den 30.04.2021.

Kontakt unter: christoph.wagner(at)ur.de

Das kunsthistorische Promotionskolleg AISTHESIS eröffnet die Chance zur frühzeitigen Vernetzung mit Promovierenden aus Deutschland, Österreich und der Schweiz während gemeinsamer Kolloquien, Symposien, Workshops und
Exkursionen. Im Promotionskolleg AISTHESIS kooperieren Professorinnen und Professoren für Kunstgeschichte der Universität Regensburg (Sprecher), der Universität Bern, der Universität Bonn, der Katholischen Universität Eichstätt, des Karlsruher Institut für Technologie KIT, der Universität Wien sowie der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart. Durch Einschreibung an einer der Partneruniversitäten können die Doktorandinnen und Doktoranden an dem interuniversitären Promotionsprogramm von AISTHESIS teilnehmen und von dem überregionalen Betreuungsnetzwerk profitieren. Alle Promovierende haben zudem die Möglichkeit zur aktiven Mitarbeit an Projekten, Tagungen und Publikationen.

Vortragsreihe: Von der Ikone zum Digitalen. Mediale Lebensformen – Kritik und Geschichte.
Vortragsreihe So Se 2021

In der Reihe werden gegenwärtige, mediale Praktiken beispielhaft untersucht. Von dort aus werden zugleich Konzepte, Kategorien und Zuweisungen der Kunstgeschichte historisch-kritisch in Frage gestellt.

Do, 10.06.2021, 18:00 Uhr s.t., Zoom
Prof. Dr. Barbara Wittmann, Institut für Kunstwissenschaft und Ästhetik, Universität der Künste Berlin
"Vom Œuvrekatalog zur Homepage: Zur medialen Hervorbringung von Autor und Werk"

Hier finden Sie das Plakat mit allen weiteren Informationen

Do, 24.06.2021, 18:00 Uhr s.t., Zoom
Prof. Dr. Wolfgang Ullrich, Leipzig
„Wenn sich Kunst und Nicht-Kunst nicht mehr unterscheiden. Das Verschwinden von Grenzen in den Sozialen Medien“

Hier finden Sie das Plakat mit allen weiteren Informationen

Do, 08.07.2021, 18:00 Uhr s.t., Zoom
Prof. Dr. Ulrich Pfisterer, Zentralinstitut für Kunstgeschichte/LMU München
„'Entwicklungsgeschichte der modernen Kunstgeschichte in drei Kapiteln'. Von Julius Meier-Graefe zur digitalen Kunstgeschichte“

Hier finden Sie das Plakat mit allen weiteren Informationen

Weitere Vorträge:
Prof. Dr. Beate Fricke, Universität Bern, Thari Jungen, HCU Hamburg, Mira Anneli Naß, Uni Bremen und Prof. Dr. Christoph Wagner, Universität Regensburg, haben für das WS 21-22 weitere Vorträge zugesagt.

Hinweis zum Zugang:
Bei Interesse bitten wir, sich in der Geschäftsstelle des Lehrstuhls für Kunstgeschichte (Email bitte an bettina.wolf@ku.de) zu melden – Ihnen werden anschließend die nötigen Zugangsdaten für die Zoom-Konferenz zugesandt.

Abstract zum Vortrag von Prof. Wittmann:
Trotz der tiefgreifenden Kritik an den Begriffen des Autors und des Werks im Poststrukturalismus und in der Gegenwartskunst hat die Präsentation und Sorge um das Gesamtwerk in den letzten Jahrzehnten keineswegs an Virulenz verloren. Die verschiedenen Medien der Werkkonstitution – die Künstlermonographie, der Œuvrekatalog, die Einzelausstellung – bestimmen weiterhin wesentlich die Wahrnehmung und Vorstellung von Werk und Autorschaft. Die Präsentation des Œuvres auf der Homepage eines Künstlers/einer Künstlerin oder jener der Galerie gehört aktuell zu den besonders verbreiteten Formen der Selbstproduktion zeitgenössischer Künstlerschaft.
Der Vortrag wird ausgehend von diesem Phänomen in die Geschichte des Oeuvrekatalogs blicken und die medialen Implikationen diskutieren, die die Aufwertung des Gesamtwerks zum privilegierten Kontext der einzelnen Werke in der Moderne begleiteten.

Abstract zum Vortrag von Prof. Pfisterer:
Kunstgeschichte ordnet ihr Material in historische Entwicklungs- und
Begründungszusammenhänge ein. Grundlegende Kriterien sind dabei
Stil- und Geschichtsepochen, kulturgeographische Zusammenhänge,
künstlerische Aufgaben, individuelle Œuvres. Trotz aller Kritik
scheinen diese Konzepte und Kontexte weiterhin unverzichtbar. Der
Vortrag untersucht die Genese und Wirkmacht einiger dieser zentralen
Zuweisungen und Begründungsmodelle der Kunstgeschichte. Und er stellt
eine Reihe von alternativen Entwürfen vor - von denen das aktuelle
Versprechen der Digitalen Kunstgeschichte erstmals Aussicht auf
breiten Erfolg zu haben scheint.

Veranstaltungen des Wintersemesters 2020/21

Lehrveranstaltungen des WiSe 2021

Die aktuellen Lehrveranstaltungen finden Sie hier.

 

Vorträge und Tagungen:
Fakultätsvortrag: „Selbstbildnis – Selbstformung - Filarete, Alberti und die Genese der ‚unabhängigen‘ Selbstdarstellungen in Italien“

Die Sprach- und Literaturwissenschaftliche Fakultät und der Lehrstuhl für Kunstgeschichte laden herzlich ein zum Fakultätsvortrag „Selbstbildnis – Selbstformung - Filarete, Alberti und die Genese der ‚unabhängigen‘ Selbstdarstellungen in Italien“ von Frau Prof. Dr. Valeska von Rosen (Professur für Kunstgeschichte der Neuzeit / Institut für Kunstgeschichte, Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf).

Wann: Mittwoch, 17. Februar 2021, 18:15 Uhr
Wo: via Zoom

Wenn Sie teilnehmen wollen, melden Sie sich bitte per E-Mail unter dekanat-slf(at)ku.de an. Sie erhalten dann die Zugangsdaten für den Zoom-Gastvortrag.

Abstract:
Ziel des Vortrags ist die Rekonstruktion der für die Produktion und die Re­zeption von Künstlerselbstbildnissen am Beginn der Frühen Neuzeit relevanten Denkfigur der ‚Selbstformung‘. Sie ist notwendig, weil die Forschung nach wie vor anachronistische, nämlich ro­mantisch-frühmoderne, Denkfiguren der „Originalität“ und des unvermittelten „Selbst­ausdrucks“ auch auf prämoderne Bildnisse bezieht. Dementgegen möchte ich zeigen, dass das postulierte „neue Selbstbewusstsein“ infolge der von Jacob Burckhardt behaupteten „Geburt des Individuums“ im 15. Jahrhundert, die noch jüngst als Begründungsfigur für die Ent­stehung von Selbstbildnissen angeführt wurde, nicht der zentrale Impuls im Prozess der Gat­tungsgenese gewesen ist. Zentrale Denkmuster hierbei waren vielmehr die poietische ‚Selbstmodellierung‘, die in der buch­stäblichen, auch händischen und prozessualen Formungstätigkeit nicht nur ihr Mittel, sondern auch ihr Ziel hat.“

Einladung

Tagung „Temporalität, Ambiguität, Latenz: Ästhetische Eigenlogiken des europäischen Genrebildes“ (5. – 7. November 2020)

Gemeinsam mit Dr. Britta Hochkirchen (Universität Bielefeld) organisiert Dr. Dominik Brabant eine Tagung mit dem Titel „Temporalität, Ambiguität, Latenz: Ästhetische Eigenlogiken des europäischen Genrebildes“ (Online-Tagung auf Zoom, 5. – 7. November 2020, mit freundlicher Unterstützung durch die Maximilian-Bickhoff-Universitätsstiftung, das Zentrum für Forschungsförderung und das Institut für Historische Bildwissenschaft/Kunstgeschichte der Universität Bielefeld). Das kunsthistorische Kolloquium widmet sich in einer europäischen sowie epochenübergreifenden Perspektive der Entstehung und der visuellen Poetik des Genrebildes, also jener Gattung, in der im Gegensatz zur Historienmalerei nicht vertraute Szenen aus Religion, Mythologie und Geschichte gezeigt werden, sondern der Alltag von anonymen und dabei meist typisierten Figuren. KunsthistorikerInnen mit unterschiedlichen Schwerpunkten in der Forschung werden im gemeinsamen Gespräch untersuchen, wie Künstler aus ganz unterschiedlichen kunsthistorischen Kontexten (etwa Pieter Bruegel d.Ä., Caravaggio, Gerard ter Borch und Edouard Manet) in ihren Werken neuartige Konzepte von Bildzeitlichkeit und ambiguen Bildstrukturen erprobt haben – und dadurch Genrebilder schufen, die sich einer allzu schnellen Deutung bis heute zu entziehen wissen. Link zur Homepage der Maximilian-Bickhoff-Universitätsstiftung

Teilnahme

Bei Interesse an einer Teilnahme bitten wir, sich in der Geschäftsstelle der Eichstätter Kunstgeschichte (Email bitte an: bettina.wolf(at)ku.de) zu melden – Ihnen werden dann die nötigen Zugangsdaten und das Passwort für die Zoom-Konferenz zugesandt.

Das aktuelle Programm der Tagung finden Sie hier.

Caspar David Friedrich - Il Monaco al bordo del mare, 1810, dopo il restorauro. Il sublime, e qualche gabbiano...

Vortrag von Prof. Dr. Michael F. Zimmermann über "Der Mönch am Meer" von Caspar David Friedrich nach der Restaurierung.

Der Vortrag wird auf Italienisch gehalten und findet online am 22.02. um 16 Uhr statt.

Zugang über: meet.google.com/erz-bryt-ftg

Flyer