Im Januar 2025 sorgte Elon Musk bei den Feierlichkeiten zur Amtseinführung von US-Präsident Donald Trump für Bilder, die weltweit für Aufsehen sorgten: Vor einem jubelnden Publikum zeigte er gleich zweimal eine Geste, die vielfach als Hitlergruß interpretiert wurde. Der Vorfall kann als Symbol verstanden werden für eine sich beschleunigende „globale Faschisierung“ (Toscano) im 21. Jahrhundert.
Neue Konzepte wie der „Spätfaschismus“, der „Postfaschismus“ oder die „Faschisierung“ versuchen, diese Entwicklungen zu fassen. Sie beschreiben neue Formen faschistischer Politik, die sich nicht mehr allein national organisieren, sondern sich in digitalen Räumen und transnationale Netzwerke formieren, und die durch die Verbindung von neoliberalen, technologischen und autoritären Machtstrukturen geprägt sind.
Vor dem Hintergrund dieser Dynamiken stellt sich die Frage: Wie entstehen die neuen Faschismen des 21. Jahrhunderts? Welche Räume besetzen sie – digital, politisch und gesellschaftlich – und wie werden sie wiederrum von diesen Räumen geprägt? Und wie verändern sie unsere Vorstellungen von Demokratie, Öffentlichkeit und Zusammenleben?
Mit unserer interdisziplinären Vorlesungsreihe laden wir dazu ein, den Faschismus des 21. Jahrhunderts als räumliche Praxis zu untersuchen und aktuelle Erscheinungsformen gemeinsam aus unterschiedlichen wissenschaftlichen Perspektiven zu diskutieren.
Die Reihe wird von Prof. Dr. Imke von Maur und Prof. Dr. Jens Temmen organisiert.
Studierende können sich in KU.Campus für die Lehrveranstaltung eintragen: