Die Professur für Politische Bildung ist für die Ausbildung der Lehramtsstudierenden im Fach Politik und Gesellschaft verantwortlich. Darüber hinaus richtet sie sich an Studierende aller Fachrichtungen, für die politische Bildung in außerschulischen Kontexten von Bedeutung ist. In Forschung und Lehre widmen wir uns insbesondere Fragen des Demokratielernens, den Herausforderungen und Potenzialen digitaler Medien für die politische Bildung, sowie Herausforderungen für die politische Bildung im Kontext von Rechtsextremismus und Rechtspopulismus.
Hier finden Sie Informationen zu Aktuellem und Forschungs- und Arbeitsschwerpunkten, zum Team sowie zu Studienmöglichkeiten und Lehrveranstaltungen der Professur. Für Informationen zum Inhaber der Professur Prof. Dr. Rico Behrens und Kontaktmöglichkeiten geht es hier entlang.
Der Lehrstuhl besitzt eine lange Tradition an der Katholischen Universität Eichstätt. Von 1978-1995 wirkte hier Prof. Dr. Bernhard Sutor, danach von 1997-2013 Prof. Dr. Joachim Detjen. Von 2013-2018 gab es wechselnde Professurvertretungen. Seit 2019 ist Prof. Dr. Rico Behrens Inhaber der Professur.
10.07.2026
In einem Beitrag der Süddeutschen Zeitung vom 10. Juli 2026 äußert sich Prof. Dr. Rico Behrens zur politischen Verantwortung von Lehrkräften und zum vermeintlichen Neutralitätsgebot an Schulen. Unter dem Titel „Dürfen Lehrer das sagen?“ beleuchtet der Artikel die rechtlichen und pädagogischen Unsicherheiten, die im Zusammenhang mit einem sogenannten politischen Neutralitätsgebot unter Lehrkräften entstehen. Im Mittelpunkt steht der Fall des Lehrers Max Heckel aus Sachsen-Anhalt, der nach einer Äußerung zur AfD eine Abmahnung erhielt.
Rico Behrens betont im Beitrag, dass Lehrkräfte ihre Machtposition nicht dazu nutzen dürfen, Schüler*innen von der eigenen politischen Meinung zu überzeugen.
Zugleich dürfen sie sich durchaus als „politische Menschen zu erkennen geben“ und ihre eigene Position transparent machen, insbesondere dann, wenn demokratische Grundwerte, die Menschenwürde oder die freiheitlich demokratischen Grundrechte infrage gestellt werden.
Der Umgang mit demokratiefeindlichen Positionen dürfe dabei nicht einzelnen engagierten Lehrkräften überlassen bleiben. Vielmehr brauche es die Unterstützung der gesamten Schulgemeinschaft und klare institutionelle Rückendeckung. Behrens: „Schule ist ein System. Einzelkämpfer können nur wenig ausrichten.“
Zum Beitrag in der Süddeutschen Zeitung: „Dürfen Lehrer das sagen?“
01.07.2026
Am 1. Juli 2026 diskutierte Prof. Dr. Rico Behrens im Rahmen der öffentlichen Veranstaltung „Rechten Dynamiken begegnen, Demokratie verteidigen“ des Zentrums Flucht und Migration der KU auf dem Podium. Im Anschluss an einen wissenschaftlichen Vortrag von Dr. Floris Biskamp sprachen Rico Behrens, Andrea Bittlmayer und Floris Biskamp moderiert durch Karin Scherschel über aktuelle rechte Dynamiken, politische Bildung in reaktionären Zeiten und Möglichkeiten demokratischer Gestaltung; auch mit Blick auf den Landkreis Eichstätt.
Im Mittelpunkt des Podiumsgesprächs standen Fragen danach, wie demokratiefeindlichen Entwicklungen in Bildung, Wissenschaft und Zivilgesellschaft begegnet werden kann. Auf die abschließende Frage, was angesichts aktueller Herausforderungen Mut für die Demokratie mache, verwies Rico Behrens auf Lehrkräfte, die auch unter zunehmendem Druck für Demokratie einstehen und demokratische Werte im schulischen Alltag verteidigen.
30.06.2026
Die Demokratiedetektiv*innen des Christian-Ernst-Gymnasiums Erlangen waren zu Gast an der Professur. Die 36 Fünftklässler*innen kamen gemeinsam mit ihren Lehrkräften Johannes Uschalt und Wolfgang Dorn und wurden von Rico Behrens und Lisa Schmidt von der Professur für Politische Bildung und Didaktik der Sozialkunde begrüßt und durch den Projekttag geführt.
Gemeinsam mit Studierenden des Seminars „Mission Democracy: Medien- und Materialentwicklung“ arbeiteten die Demokratiedetektiv*innen weiter an ihren Podcastfolgen und reflektierten den bisherigen Arbeitsprozess. Ergänzt wurde der Besuch durch eine Campusführung, bei der die Demokratiedetektiv*innen Einblicke in die Universität erhielten.
Die „Demokratiedetektive“ sind ein Kooperationsprojekt mit dem Christian-Ernst-Gymnasium Erlangen. Im Projekt gehen Fünftklässler*innen politischen Fragen detektivisch nach: Wer bestimmt eigentlich was? Wie funktioniert Mitbestimmung in Schule, Kommune, Bayern, Deutschland und Europa? Aus ihren Recherchen und Interviews entsteht ein Podcast, der politische Zusammenhänge altersgerecht sichtbar macht.
Weitere Informationen zum Projekt finden Sie hier
16. Juni 2026
Heute besuchten Studierende des Projektseminars Mission Democracy: Medien- und Materialentwicklung im Projekt Demokratiedetektive gemeinsam mit Prof. Dr. Rico Behrens und Lisa Schmidt die Demokratiedetektiv*innen am Christian-Ernst-Gymnasium in Erlangen.
Im Mittelpunkt des Projekttags stand die Weiterarbeit an den Podcasts der Demokratiedetektiv*innen. Die Studierenden unterstützten die Schülerinnen dabei, Interviewmaterial auszuwerten und für die Veröffentlichung aufzubereiten. Dazu entwickelten sie altersgerechte Erklärtexte zu Themen wie Demokratie in der Schule, Kommunalpolitik oder Europa, die direkt in die Podcastfolgen integriert wurden. Zudem wählten sie passende Interviewausschnitte aus, erarbeiteten Übergänge zwischen den einzelnen Gesprächspartnerinnen und sprachen gemeinsam mit den Demokratiedetektivinnen Intros, Erklär- und Überleitungstexte ein.
Anschließend wurden die ausgewählten Passagen gemeinsam geschnitten und mithilfe von Audacity zu den ersten Podcastfolgen weiterverarbeitet.
So erhielten die Studierenden nicht nur Einblicke in die praktische Umsetzung des Projekts, sondern konnten ihre im Seminar entwickelten Kenntnisse und Fähigkeiten im Bereich der politischen Bildung direkt mit und an den Schüler*innen der 5. Klasse erproben.
Herzlichen Dank an Wolfgang Dorn und Sebastian Uschalt für die Einladung, an die Demokratiedetektiv*innen für ihre engagierte Arbeit & ihr Durchhaltevermögen sowie an die Studierenden für ihr Engagement.
09.06.2026
Was tun, wenn mitten im Unterricht eine antidemokratische, verschwörungstheoretische Aussage fällt? Wenn Schüler*innen behaupten, Deutschland habe keine „echte“ Verfassung oder die Bundesrepublik sei „nur eine GmbH“? Genau ein solches Szenario stand am 09.06. im Mittelpunkt einer VR-gestützten Lehrveranstaltung der Professur für Politische Bildung.
Gemeinsam mit Prof. Dr. Eric Richter, Inhaber der Professur für Schulpädagogik, der die Umsetzung der VR-Simulation ermöglichte, erprobte die Professur für Politische Bildung ein innovatives Lehr-Lern-Format mit Lehramtsstudierenden aus dem praktikumsbegleitenden Kurs von Lisa Schmidt. In einer virtuellen Klassensituation traten die Studierenden mit mehreren Schüler*innen-Avataren in Interaktion und wurden mit herausfordernden Unterrichtsmomenten konfrontiert – etwa mit Aussagen wie: „Die BRD ist doch nur eine GmbH.“
Im Mittelpunkt stand die Frage, wie angehende Lehrkräfte in solchen Situationen professionell reagieren können. Die VR-Umgebung eröffnete den Studierenden einen geschützten Raum, um unterschiedliche Reaktions- und Gesprächsstrategien praxisnah zu erproben. Im Anschluss wurden die Erfahrungen gemeinsam reflektiert und kollegial ausgewertet.
Das VR-gestützte Lehr-Lern-Format wird unter dem Reiter „Lehrveranstaltungen mit Theorie-Praxis-Verknüpfung“ näher vorgestellt. Informationen zur wissenschaftlichen Begleitung und Beforschung des Formats sind im Bereich „Forschung“ abrufbar.
01.-03. Juni 2026
Vom 1. bis 3. Juni 2026 fand an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt die 3. Tagung des Zentrums Religion, Kirche, Gesellschaft im Wandel statt. Unter dem Titel „Krisendiskurse in der Spannung von Öffnung und Abwehr“ widmete sich die interdisziplinäre Tagung aktuellen Fragen nach gesellschaftlichen Krisenerzählungen, Öffentlichkeit, Streitkultur, Polarisierung und demokratischer Resilienz.
Die von Martin Kirschner, Liane Rothenberger und Rico Behrens ausgerichtete Tagung brachte Wissenschaftler*innen unterschiedlicher Disziplinen ins Gespräch über öffentliche Krisendiskurse, Medien, Affekte und Formen der Konfliktaustragung. Zum Programm gehörten Keynotes von Oliver Marchart, Hans-Joachim Höhn, Eva Illouz und Gerd Schwerhoff sowie eine Lesung mit Ilija Trojanow.
Der Lehrstuhl für Politische Bildung war sowohl organisatorisch als auch inhaltlich an der Tagung beteiligt. Besonders sichtbar wurde der Lehrstuhl in zwei Beiträgen: Im Workshop „Digitale Instanzen der Wertebildung - individuelle und gesellschaftliche Konstruktionspraktiken“ präsentierten Rico Behrens, Katharina Karl, Niklas Siebenhüter, Justin Veit und Michael Winklmann aktuelle Überlegungen zu digitalen Praktiken der Wertebildung.
Im Vortragspanel „Gesellschaftliche Krisenbewältigung im Zeitalter der Anpassung. Sozialethische Reflexionen zu resilienter Demokratie“ referierten Rico Behrens und Lisa Schmidt zu „Bürgerschaftliche Resilienz in Zeiten geopolitischen Wandels“.
21. - 23. Mai 2026
Auf der Jahrestagung der Gesellschaft für Politikdidaktik und politische Jugend- und Erwachsenenbildung (GPJE) stellte Lisa Schmidt die wissenschaftliche Begleitung und Beforschung des Projekts „Die Demokratiedetektive“ vor. Die Tagung stand unter dem Titel „Politische Bildung als Emanzipation“ und fragte danach, wie politische Bildung emanzipatorisch gedacht und gestaltet werden kann.
Der Vortrag „Die Demokratiedetektive – forschendes Lernen als emanzipatorische Praxis?“ nahm die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit einem Projekt in den Blick, in dem Schüler*innen der 5. Jahrgangsstufe politischen Fragen detektivisch nachgehen und demokratische Entscheidungsprozesse in Schule, Kommune und darüber hinaus erkunden. Im Zentrum stand die Frage, inwiefern forschendes Lernen Räume für politische Emanzipation eröffnen kann.
Diskutiert wurde dabei auch ein zentrales Spannungsfeld: Die Schüler*innen werden in ihren eigenen Fragen und Perspektiven ernst genommen, bewegen sich zugleich aber in einem didaktisch gerahmten Lernraum. Damit griff der Beitrag die Frage auf, wie politische Bildung Emanzipation in stark kuratierten Lernräumen ermöglichen kann, ohne paternalistisch zu werden.
24. April 2026
Auf Einladung von Prof. Dr. Vera Beyer war Lisa Schmidt zu Gast am Institut für Kunstgeschichte der Universität Regensburg. Im Rahmen des kunstgeschichtlichen Kolloquiums hielt sie einen Vortrag zum Thema „Social Media als Emotionskatalysator in der politischen Bildung“.
Im Mittelpunkt des anschließenden Gesprächs stand die gemeinsame Auseinandersetzung mit TikTok-Inhalten der extremen Rechten und der Frage, wie insbesondere rechte Akteur*innen soziale Medien nutzen, um junge Menschen über Bilder, Ästhetik, Humor und Provokation emotional anzusprechen.
Fragen der Demokratiebildung und Extremismusprävention konnten bei dieser Gelegenheit mit bild- und ästhetikanalytischen Perspektiven verbunden werden.
01.04.2026
Marian Hummel verlässt zum 01. April 2026 die Professur für Politische Bildung und Didaktik der Sozialkunde.
Wir bedanken uns herzlich für die Zusammenarbeit und die gemeinsame Zeit an der Professur. Besonders hervorzuheben sind seine Beiträge zur Organisation von Planspielen, mit denen er die Lehre an unserer Professur bereichert hat.
Für seinen weiteren beruflichen Weg wünschen wir ihm alles Gute, viel Erfolg und Freude bei den kommenden Aufgaben.
22.12.2025
Einiges an Aufsehen verursachten eine Reihe von Veröffentlichungen des Bayerischen Rundfunks in den letzten Wochen. Der BR hatte eine groß angelegte Umfrage zu demokratie- und menschenfeindlichen Vorfällen an Schulen durchgeführt - mit erstaunlichen Ergebnissen. Der Ausgangspunkt dieser Arbeit und der Beiträge wie “Kontrovers - Die Story” waren nicht weniger bemerkenswerte Zusendungen von bayerischen Schülerinnen und Schülern.
So empfing der BR eine Nachricht eines Schülers aus Franken. Dieser berichtete, dass “klare menschenverachtende” Äußerungen wie “Heil Hitler” und “wir hätten dich damals auch vergast” in seiner Schule zu vernehmen seien. Daneben berichtet er vom Herunterspielen und der Verharmlosung der Äußerungen durch seine Lehrkräfte. Diese und vergleichbare Aussagen, auch von Lehrkräften, führten zu einer umfassenden Recherche und der Umfrage durch den Bayerischen Rundfunk. Das neue an der Arbeit des BR: Daten zu Extremismus an Schulen werden in Bayern nicht erhoben - aus Datenschutzgründen, wie das Kultusministerium mitteilt. Eine Meldepflicht gibt es nicht. Somit liegen nun erstmals Daten zu diesem Themenfeld vor.
Der BR befragte 1500 Schulen (Schulleitungen) und bekam von knapp 600 eine Rückmeldung. 66% berichteten von einem oder mehreren antidemokratischen Fällen im letzten Schuljahr. Der Hintergrund war der Fälle war zu 74% “mehrheitlich rechts”. Die Schulleitungen machen vor allem den Einfluss von Social Media für diese Entwicklungen verantwortlich. Die Autoren zeigen zudem, dass zur Rekrutierung von Jugendlichen und zur Verbreitung von extremistischen Inhalten der Bereich Kampfsport von Bedeutung ist. Gleichzeitig zeigen die verschiedenen Beiträge des BR auch, wie viele Schüler sich sorgen machen und sich bei Aktionen und in AGs gegen antidemokratische Phänomene an Schulen engagieren.
Fernsehbeitrag “Kontrovers - Die Story - Hakenkreuze, Parolen, Hitlergruß · Schulen im Visier” (ARD Mediathek)
Tagesschau-Artikel: “Hakenkreuze, Parolen, Hitlergruß - Schulen im Visier”
Artikel des BR “Hitlergruß im Klassenzimmer - Rechtsextreme Vorfälle an Schulen” (Bayerischer Rundfunk)
Reaktionen aus der Politik: "Antidemokratische Vorfälle an Schulen: "Ganz dringend" melden?"
Rico Behrens überraschen diese Ergebnisse nicht (Aussagen u.a. im Fernsehbeitrag ab 14.39). Auch er sieht die Sozialen Medien als “großes Inszenierungsfeld, ein Mobilisierungsfeld und Rekrutierungsfeld” extremistischer Akteure. Gleichzeitig gibt er an, dass praktisch jede Schule Erfahrungen mit diesen Themen habe. Die Frage ist immer ob diese richtig eingeordnet und öffentlich würden. Es gäbe “eine Tendenz diese Themen kleinzureden. Keine Schule möchte in der Öffentlichkeit mit diesem Thema in Verbindung gebracht werden.” Daher bräuchte es eine klare Datenlage zu entsprechenden Vorfällen.
Es bleibt zu hoffen, dass in Zukunft auch in Bayern ein klares Bild durch representative Studien gezeichnet werden kann. Sachsen und andere Länder verfügen bereits über ein Monitoring in diesem Bereich.
06.10.2025
Mit dieser Frage eröffnete Lisa Schmidt ihren Vortrag auf der Tagung Campus meets Community (18.–20.09.2025) an der Universität Hamburg. In ihrem Vortrag stellte sie unser Citizen-Science-Projekt „Eichstätt – Raum für Alle“ vor - ein Good Practice Beispiel für partizipative Forschung mit Jugendlichen im sozialwissenschaftlichen Bereich.
Die Jugendlichen wurden in dem Projekt dazu angeregt, den öffentlichen Raum nicht als neutral oder gegeben zu verstehen, sondern als sozial produzierten und politisch umkämpften Ort kritisch zu analysieren und zu beforschen. Fragen wie „Wem gehört der öffentliche Raum?“, „Wer nutzt welchen Raum in Eichstätt - und wer welchen nicht?“ oder „Welche Bedürfnisse sind sichtbar im Stadtbild – welche werden ignoriert?“ standen dabei in der Forschungspraxis der Jugendlichen im Mittelpunkt.
“Haltung zeigen in Zeiten von Polarisierung und Demokratiefeindlichkeit”, so lautet der Titel eines Interviews der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung mit Prof. Dr. Rico Behrens (30.09.2025). Darin positioniert er sich klar gegen das vermeintliche “Neutralitätsgebot”, dem Fachkräfte in der Bildungsarbeit angeblich unterliegen sollen. Bildern/innen und Lehrkräfte haben in ihrer Arbeit einen klaren Bildungsauftrag zu demokratischen Werten und Menschenrechten. Behrens wirbt daneben für eine diskriminierungssensible Bildungsarbeit, bei der es darum geht Betroffene von Herabwürdigungen zu schützen.
Zudem ginge es in der praktischen Bildungsarbeit mit Jugendlichen, die antidemokratische Parolen von sich geben, aber auch darum sie nicht vorschnell abzuschreiben. Manche Jugendliche “wiederholen rassistische Ressantiments, ohne einen tieferen inneren Bezug dazu zu haben”, so Behrens. Er plädiert daher für eine klare Haltung und dafür Gesprächsanlässe zu nutzen, damit Jugendliche Dissenzerfahrungen machen, die gegebenenfalls in ihrer Peergroup seltener vorkommen.
Das ganze Gespräch findet sich auf der Website “Das Reflexionstool” der DKJS: https://www.reflexionstool-demokratiebildung.de/aktuelles/haltung-zeigen-zeiten-von-polarisierung-und-demokratiefeindlichkeit-im-gespraech-mit-rico
Was macht eigentlich der Bundeskanzler? Wie sind die Bundestagswahlen zu interpretieren? Warum ist der politische Einfluss von Elon Musk so problematisch?
Dies sind Fragen, die auch schon Kinder beschäftigen. Unser Mitarbeiter Marian Hummel hat dazu Interviews mit dem Kinder- und Szeneradio Feierwerk aus München geführt. Die Sendung Kurzwelle bereitet gesellschaftliche Fragen für die Zielgruppe 8 bis 13-Jährige auf. Aus den Interviews sind drei Beiträge entstanden, die über den Link oben oder die folgenden via Spotify abgerufen werden können.
Warum ist Elon Musk so problematisch? (Spotify-Link)
Die Wahlergebnisse der Bundestagswahl und was sie bedeuten? (Spotify-Link)
Schlaumeierfrage: Was macht eigentlich der Bundeskanzler? (Spotify-Link)
16.02.2025
Der Umgang antidemokratischen Phänomenen in schulischen Kontexten ist bereits seit vielen Jahren Schwerpunkt der Professur für Politische Bildung / Didaktik der Sozialkunde der KU. Regelmäßig werden die Forschungserkenntnisse Praktikerinnen und Praktikern der politischen Bildung vermittelt und mit diesen diskutiert.
Ende Januar war Prof. Rico Behrens nach Garmisch-Partenkirchen eingeladen. Im Sitzungssaal des Landratsamtes stellte er mehrere Fallbeispiele vor und gab Empfehlungen, wie man auf volksverhetzende Aussagen, verbotene Symbole oder Diskriminierung reagieren sollte. Er warte davor, dass ein Nicht-Reagieren zum Erhalt eines schulischen Burgfriedens gefährlich sein kann. So würde dies etwa ein fatales Zeichen setzen, insbesondere gegenüber von solchen Fällen betroffenen Schülerinnen und Schülern. Er nam in seinem Vortrag auch auf ein vielfach vorherrschendes Missverständnis Bezug: Beim professionellen Umgang mit solchen antidemokratischen Fällen laufe ein - oftmals die Aufarbeitung hemmendes - Verständnis von politischer Neutralität in die Irre. Wenn der Rahmen demokratischer Werte, von Menschenrechten und Pluralismus überschritten werde, sei eine klare Grenzziehung von Nöten.
Die Veranstaltung in Garmisch-Partenkirchen war an Fachkräfte des schulischen Kontextes, aber auch der außerschulischen politischen Bildung gerichtet. Der Beitrag von Behrens wurde u.a. von Vorträgen des stellvertretenden Landrats Dr. Michael Rapp, Katharina von der Goltz von staatlichen Schulamt gerahmt. Im Anschluss entstand ein reger praxisorientierter Austausch, der den Bedarf nach mehr Sicherheit und gewinnbringenden pädagogischen Reaktionen zeigte. Mitnehmen konnten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Empfehlung: Demokratiefeindliche Äußerungen nicht ignorieren, Haltung zeigen, Betroffene schützen und Auseinandersetzungen nicht scheuen.
Hinweis: Zum Umgang mit antidemokratischen Phänomenen in der Schule (und in anderen Bildungskontexten) sei auf die Publikation "Politische Bildung in reaktionären Zeiten. Plädoyer für eine standhafte Schule" hingewiesen. Das E-Book ist frei über den Wochenschau-Verlag beziehbar. Auch ein Lese-Podcast zum Buch ist erschienen.
(Der Beitrag basiert in Teilen auf einer Pressemitteilung zur Veranstaltung des Landratsamtes Garmisch-Partenkirchen)
18.01.2025
In dieser Woche war Professurinhaber Rico Behrens Gast im Format "nano" des Fernsehsenders 3sat. Sie hatte den Schwerpunkt Rechtsextremismus an Schulen. Behrens wurde dabei gefragt, wie Lehrkräfte, Schulerinnen und Schüler und die Institution Schule stark gemacht werden können mit Phänomenen Gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit umzugehen.
Dabei wurde die Wichtigkeit politischer Medienkompetenz dargestellt. Schülerinnen und Schüler müssen befähigt werden resilient gegen Hass, Hetze, Populismus und Fake-News zu sein. Hierzu ist eine Stärkung entsprechender Unterrichtsinhalte nötig. Schulen sind aber auf der anderen Seite auch selbst ein Sozialraum in dem extremistische Vorfälle passieren - etwa verfassungsfeindliche Symbole im Unterricht oder in Klassenchats. Behrens plädiert beim Umgang mit diesen Phänomenen für einen prioritären Schutz von Opfern bzw. Betroffenen entsprechender Vorfälle. Es müsste zudem für eine angemessenen pädagogischen Bearbeitung solcher Ereignisse untersucht werden, welche ideologische Tiefe bei den handelnden "Tätern" vorliegt. Zudem seinen die professionellen Strukturen der Schulgemeinschaft in den Blick zu nehmen: Die Zusammenarbeit zwischen Lehrkräften mit Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeitern, aber auch die wichtige Rolle von Schulleitungen als Kopf der Institution Schule sind hier in Blick zu nehmen.
Das ganze Interview im Magazin "nano" findet sich in der 3sat-Mediathek (ab Min. 08.34).