Zentralbibliothek

Aktuelle Projekte

Kooperationsseminar "Literaturwettbewerbe inszenieren"

Seit 2025 bietet die Professur für Neuere deutsche Literaturwissenschaft in Kooperation mit dem Lehrstuhl für Didaktik der Deutschen Sprache und Literatur ein interdisziplinäres Seminar an, dessen Mitglieder im Laufe des Sommersemesters einen kompletten Literaturwettbewerb für Studierende der KU und Schüler:innen aus dem Landkreis Eichstätt ausrichten. Von der Themenfindung und Ausschreibung über die Juryarbeit bis hin zur Organisation der feierlichen Preisverleihung und deren Abrechnung verantworten die Seminarmitglieder dabei alle Teilschritte, die für einen solchen Wettbewerb erforderlich sind. Großzügig gefördert wird das Projekt von der Erich Pawlu Literaturstiftung.

boys & books (Prof. Dr. Ina Brendel-Kepser)

Hier erfahren Sie mehr über das Projekt boys & books

bookster boys & girls (Prof. Dr. Ina Brendel-Kepser)

Hier erfahren Sie mehr über das Kooperationsprojekt bookster boys & girls

LiteraPur (Dr. Michael Kleinherne)

Hier erfahren Sie mehr über das Projekt LiteraPur

Ein Jahrzehnt lang stand die Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt alljährlich im Frühjahr eine Woche lang ganz im Zeichen zeitgenössischer deutschsprachiger Literatur. Gemeinsam mit seinen Kooperationspartnern holte der Lehrstuhl Didaktik für deutsche Sprache und Literatur junge, noch unbekannte, sowie etablierte Autorinnen und Autoren nach Eichstätt und schaffte so vielfältige Begegnungsmöglichkeiten mit der aktuellen Literaturszene für Studierende und weitere Besucher. Neben Lesungen und Gesprächen von und mit Autoren, Lektoren und Veranstaltern standen dabei Filme, Workshops und ein überregionaler Schreibwettbewerb für SchülerInnen und Studierende auf dem Programm. Über das Freimodul “Kreatives Schreiben” war das Festival außerdem in die Lehre integriert. Die Studierenden konnten sich einbringen als Schreibende, Mitorganisatoren, Juroren und Autoren. So wurde die Universität zur Kultur- und Literaturvermittlerin im weitesten Sinn, schaffte Freiräume für kreatives Engagement jenseits, aber auch innerhalb der eng gestrickten Stundenpläne. Sie baute Kontakte zur aktuellen Literaturszene aus und vertieft die Zusammenarbeit mit der Stadt Eichstätt sowie mit örtlichen Schulen und weiteren Institutionen wie dem Stadttheater Ingolstadt oder der Literaturstiftung Bayern. Aus Finanzierungsgründen musste das Festival LiteraPur leider eingestellt werden.

Schreibberatung (Dr. Michael Kleinherne)

Viele Studierende empfinden das Verfassen von wissenschaftlichen Texten wie Haus- oder Abschlussarbeit, Essay oder Protokoll als große Herausforderung. Das Projekt “Schreibberatung” von Dr. Michael Kleinherne widmete sich der individuellen Schreibberatung - er unterstützte Studierende darin, an ihrer textsortenspezifischen Schreibfähigkeit zu arbeiten und Reibungsverluste, also Probleme in der Textproduktion, zu erkennen und zu überwinden. Die Deutschdidaktik stützt sich auf Erkenntnisse der Schreibforschung und kann hier schreibdidaktische Expertise einbringen. 

So charakterisierte Dr. Kleinherne das Projekt:

Im geschützten Raum der individuellen Beratung besprechen wir das jeweilige Schreibprojekt mit dem Anspruch, vor allem Hilfe zur Selbsthilfe zu leisten. Wir versuchen, den eigenen Schreibprozess im Gespräch über den jeweiligen Textentwurf transparent zu machen. Wir orientieren uns dabei ganz individuell an den Bedürfnissen der Schreibenden und suchen gemeinsam nach individuell angepassten Schreibstrategien zur Lösung möglicher Reibungsverluste. Wir unterstützen unsere Studierenden außerdem über weitere Veranstaltungsangebote, wie z.B. Seminare zu kreativem Schreiben, in der Entwicklung ihrer Schreibkompetenz. 

 

Themenwochen „Bildungslandschaften gestalten: (Schul-)Bibliothek und Fachunterricht Deutsch“ (Prof. Dr. Christine Ott)

Digitaler Unterricht im Praxischeck (Dr. Anna Kretzschmar-Schmid)

In der Uni lernt man nur graue Theorie? Von wegen! In einem Kooperationsprojekt mit dem Staatlichen Beruflichen Schulzentrum Max-von-Pettenkofer in Neuburg an der Donau setzten Studierende Ihre Ideen für digitalen Deutschunterricht in die Praxis um. Auf der virtuellen Plattform lernten die angehenden Erzieher*innen der Staatlichen Fachakademie für Sozialpädagogik anhand geeigneter Merkmale zwischen Kunst- und Volksmärchen zu unterscheiden. Im Fokus der virtuellen Lernumgebung (Padlet) jedoch stand der pädagogische (Mehr-)Wert von Märchen. „In Märchen steckt tatsächlich viel mehr als man denkt, daher ist vorab ein gewisses Maß an Wissen und Reflexion nötig: was möchte ich einem Kind mit dem Märchen mit auf den Weg geben?“, so Morgane Böhm und Caroline Jäger, beides Studentinnen der Deutschdidaktik. Ziel ihrer virtuellen Unterrichtseinheit war die Fähigkeit Märchen Gewinn bringend im Kindergarten einsetzen zu können, was unter anderem zu eigens geschriebenen und vertonten Mini-Märchen führte. Als großes Handlungsprodukt stand am Ende ein Märchen-E-Book mit Texten und Audiodateien. Auf diese Weise konnten sich die Studierenden der FAKS Neuburg gleich im lebendigen Erzählen ausprobieren und verbessern.

Außerdem entwickelten sie Gespür dafür, wie man Märchen an unterschiedliche Altersgruppen heranträgt und diesen schmackhaft macht. „Elementarisierung heißt hier das Zauberwort“, so Martina Mayer, die sich hierbei auf das Elementarisierungsmodell des evangelischen Religionspädagogen Friedrich Schweitzer bezieht. Die Lehrkraft des Faches Literatur- und Medienpädagogik (LMP) meint damit die didaktische und pädagogische Anpassung von Inhalten an entsprechende Altersgruppen. Denn die angehenden Erzieher*innen können später einmal nicht nur im Kindergarten, sondern auch im Hort, der Krippe sowie im Jugendzentrum mit jungen Erwachsenen arbeiten. Da macht es schon einen gewaltigen Unterschied, ob der Adressat eines Märchens vier oder neun Jahre alt ist. Die Rückmeldungen der Studierenden waren für Frau Böhm und Frau Jäger essentiell, um die digitale Lernumgebung weiterzuentwickeln und damit auch die Grenzen virtueller Lernumgebungen auszutesten. Die Studentinnen äußerten sich positiv: „Im Projekt konnten wir unsere Kompetenzen im Umgang mit digitalen Tools erweitern und auch Erfahrungen sammeln, ein für den Distanzunterricht entwickeltes Konzept aus der Theorie einmal in die digitale Unterrichtsrealität zu überführen.“

Auch Schulleiter Matthias Fischer zeigte sich dem Projekt gegenüber aufgeschlossen: „Digitales Lernen ist nicht nur aktuell ein großes Thema, sondern wird auch künftig interessant bleiben. Das Kooperationsprojekt unter der Leitung von Dr. Anna Kretzschmar vom Lehrstuhl für Didaktik der deutschen Sprache und Literatur bot für alle Beteiligten einen Mehrwert. Wir können noch einiges über digitale Lernprozesse im Allgemeinen lernen.“ Die Studentinnen des Seminars „Digitaler Deutschunterricht“ der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt bedanken sich herzlich für diese wertvolle Erfahrung, welche auch in Form des digitalen Märchenbuchs als Erinnerung bestehen bleibt.

Morgane Böhm, Caroline Jäger und Anna Kretzschmar