Exkursionen und externe Blockseminare

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Exkursionen und externe Blockseminare machen einen wesentlichen Bestandteil innerhalb des Lehrprogramms der Stiftungsprofessur aus. Sie ermöglichen das Kennenlernen der verschiedenen Ostkirchen in ihren Heimatländern, die Zusammenarbeit mit Partnerhochschulen, insbesondere die ökumenische Kooperation mit den Institutionen der orthodoxen Kirchen, sowie das konkrete Erleben kirchlicher Realitäten vor Ort.

Über das Programm unserer Exkursionen und externen Blockseminare berichten wir ausführlich in den Nachrichten unserer Homepage, die wir an dieser Stelle verlinkt haben:

2020

10.–17. Oktober, Korsika: Ostkirchliche Forschungswerkstatt

Plakat

 

Als am 14. März 1676 drei genuesische Galeeren mit 800 orthodoxen Flüchtlingen aus dem Ort Itylo in der rauen Mani (Peloponnes / Griechenland) auf der Insel Korsika landeten, begann die heute noch lebendige Geschichte der Pfarrei St. Spyridon in Paomia bzw. Cargèse. Mit ihrer Flucht in den Westen mussten sich die Manioten damals zwar der kirchlichen Hierarchie Roms unterstellen, doch bewahren sie ihr griechisch-byzantinisches Erbe bis auf den heutigen Tag in getreuem Andenken an ihre Herkunft.

An diesem geschichtsträchtigen und durch und durch ostkirchlich geprägten Ort veranstaltet die Stiftungsprofessur für Theologie des Christlichen Ostens unter dem Patronat des dortigen Kirchenpatrons, des hl. Spyridon von Trimythontos / Zypern, – daher „ΣΠΥΡΙΔΩΝΑΙΑ“ – im Oktober ein externes Blockseminar. Das traumhaft direkt am kristallklaren Meer gelegene „Institut d’Études Scientifiques de Cargèse“ der Université de Corse bietet dazu einen optimalen Ort.

Zur Teilnahme an unseren „Spyridonäen“ sind alle Studierenden der Theologischen Fakultät eingeladen, die sich für ostkirchliche Themen interessieren und an unserer „Forschungswerkstatt“ teilnehmen möchten!

Ausschreibung

 

16.–25. September 2020, Libanon: Studienreise – wegen Corona verschoben!

Libanonplakatt

 

Vom 16. bis 25. September führen die Stiftungsprofessur für Theologie des Christlichen Ostens (Prof. Dr. Kremer), der Lehrstuhl für Alttestamentliche Wissenschaft (Prof. Dr. Zapff) und die Forschungsstelle Christlicher Orient (Prof. Dr. Bruns) in Kooperation mit dem Collegium Orientale Eichstätt eine wissenschaftliche Exkursion in den Libanon durch. Anmeldungen werden ab dem 6. Februar entgegengenommen.

Kaum ein Land der Welt bietet auf so engem Raum eine solche Vielfalt an Aspekten, die für Theologinnen und Theologen von Interesse sind: Das Land der Phönizier und der Zedern führt tief hinein in die biblische Geschichte, es birgt solch großartige antike Stätten wie Baalbek und Tyros, ist die Heimat einer Vielzahl orientalischer Kirchen und ihrer Patriarchate, es ermöglicht die Begegnung mit Sunniten, Schiiten und Drusen und ist in kultureller Hinsicht faszinierend, da sich hier wie an kaum einem anderen Ort Orient und Okzident begegnen.

Die geplante Exkursion der Theologischen Fakultät Eichstätt legt dabei drei besondere Schwerpunkte: Prof. Zapff wird die biblische Geschichte des Libanon und die Bedeutung der Phönizier erschließen, Prof. Bruns widmet sich insbesondere den patristischen Quellen sowie den orientalischen Kirchen und Prof. Kremer den Kirchen der byzantinischen Tradition sowie der Ökumene und den vielfältigen Begegnungen vor Ort. Bitte entnehmen Sie den genauen Programmverlauf sowie die Informationen zur Reise der beigefügten pdf-Datei!

Die Reise wird durch Studienzuschussmittel unterstützt, sodass sie Studierenden der Theologischen Fakultät zum Preis von nur 620,00 € im Doppelzimmer mit Halbpension angeboten werden kann. Die Anmeldefrist beginnt am Donnerstag, den 6. Februar 2020, um 9.00 Uhr s. t. im Sekretariat der Stiftungsprofessur.

Wir freuen uns in erster Linie auf eine inhaltsgeladene, erlebnis- und lehrreiche Exkursion mit vielen interessanten Begegnungen sowie auf eine der besten Küchen rund ums Mittelmeer und insgesamt eine schöne gemeinsame Zeit in der „Schweiz des Nahen Ostens“ – sicher eine ganz besondere Chance!

Ausschreibung Libanonexkursion

 

2019

29. März – 4. April 2019, Paris/Morbach: Externes Blockseminar „Ostkirchen in Paris“

Mitarbeiter der Stiftungsprofessur und Studierende der ostkirchlichen Theologie am Ende der Studientage auf der Burg Bouillon in Belgien
Mitarbeiter der Stiftungsprofessur und Studierende der ostkirchlichen Theologie am Ende der Studientage auf der Burg Bouillon in Belgien

 

Anfang April 2019 hat die Stiftungsprofessur für Theologie des Christlichen Ostens mit ihren Studierenden ein externes Blockseminar in Paris durchgeführt. Auch wenn Paris geographisch nicht gerade im „Christlichen Osten“ liegt, so ist die französische Hauptstadt dennoch ein wahres Zentrum ostkirchlichen Lebens und ostkirchlicher Theologie. Auf dem Weg dorthin hat die Gruppe ein Wochenende im rheinland-pfälzischen Morbach verbracht, in das ein Studientag und ein Besuch in Bernkastel-Kues integriert worden ist.

Es war die erste größere gemeinsame Studienfahrt der Studierenden der neuen Stiftungsprofessur. Dem Blockseminar in Paris ging dabei ein gemeinsames Wochenende in Morbach voraus. Am Samstag, dem 30. März 2019, arbeitete die gesamte Gruppe am Abschluss einer Seminarübung des Wintersemesters. Im Pfarrheim von Morbach-Hunolstein tauschten sich die Studierenden unter Betreuung von Prof. Dr. Thomas Kremer und dem Team der Stiftungsprofessur über ihre laufenden Lizentiats-, Magister- und Doktorarbeiten aus. Durch viele Impulse und gegenseitige Hilfestellungen konnte jeder in seiner Arbeit einen guten Fortschritt erzielen. Die Hl. Messe mit der Ortsgemeinde in Morbach und das gemeinsame Abendessen beschlossen den Abend. Der Sonntagmorgen begann mit der Feier der Basiliusliturgie in der Pfarrkirche St. Laurentius Morbach-Morscheid, an der auch die Pfarrangehörigen rege teilnahmen. Zum anschließenden Mittagessen mit Ortspfarrer Michael Jakob bereiteten die Studierenden typisch ukrainische Gerichte zu – Borschtsch und Warenyky.

Das Blockseminar begann am Sonntagnachmittag mit einem Besuch im nahen Bernkastel-Kues. Das ist der Geburtsort des berühmten humanistischen Philosophen und Theologen Nikolaus von Kues. Wir besichtigten dort das Cusanusstift, das er gestiftet hatte. Auch heute dient es immer noch der sozialen Fürsorge und beherbergt ein Alten- und Pflegeheim, wie es der Stifter gewollt hat. Nach einer herzlichen Begrüßung durch Rektor Leo Hofmann erhielten wir von Prof. Dr. Hermann Kleber eine äußerst interessante Führung durch die Stiftsanlage. Prof. Kleber erzählte dabei von der Verbindung des Nikolaus von Kues mit den Ostkirchen, seinem diplomatischen Aufenthalt in Konstantinopel und seiner Rolle beim Konzil von Ferrara-Florenz (1438/39). Ein Highlight der Führung bildete die Besichtigung der Bibliothek. Da konnten wir etwa 300 lateinische und griechische Handschriften aus dem neunten bis 15. Jahrhundert bewundern. Eigens für den Besuch unserer Gruppe bestückte die Bibliothek ihre Vitrinen mit den ostkirchenkundlich interessanten griechischen Handschriften. Zum Abschluss der Führung lud uns Rektor Hofmann in die Rektorenwohnung zur Besichtigung seiner privaten Ikonensammlung ein. Dieser Tag der Studienreise klang bei einem gemütlichen Abend aus, verbunden mit einem Weinseminar im Weingut Kees-Kieren in Graach an der Mosel.

Am Morgen des nächsten Tages sagten wir dem Hunsrück Lebewohl und machten uns auf den Weg nach Paris. Noch ehe wir jedoch die französische Hauptstadt erreichten, besuchten wir die geschichtsträchtige Stadt Reims. Ihre Kathedrale zog unser Interesse auf sich, und zwar nicht nur als ein Meisterwerk gotischer Baukunst, sondern auch als ein Ort bedeutender Wegmarken europäischer Geschichte. Zum einen ist mit dem Namen Reims die Taufe Chlodwigs I. an der Wende zum 6. Jahrhundert verbunden. Sie ist der Grundstein für die Christianisierung des Frankenreiches und bildet auch eine wichtige Wegmarke in der Geschichte des Auseinanderdriftens von Ost- und Westkirche. Zum anderen besitzen Kathedrale und Stadt Symbolcharakter für die Feindschaft und Aussöhnung zwischen Frankreich und Deutschland im 20. Jahrhundert. Nach der Besichtigung von Reims fuhren wir nach Versailles weiter und besuchten den Barockgarten des berühmten Schlosses. Auch hier wurden wichtige Epochen europäischer Herrschafts- und Geistesgeschichte thematisiert, die sich in besonderer Weise mit Versailles verbinden: Absolutismus, Französische Revolution, deutsch-französische Erbfeindschaft und Aussöhnung. Nach dem Bezug unserer Unterkunft bei der Kommunität der Lazaristen in Paris und dem gemeinsamen Abendessen konnte die Gruppe erste Eindrücke von der französischen Hauptstadt gewinnen. Ein nächtlicher Spaziergang beschloss also den Abend.

Am Dienstag begann das Programm mit dem Besuch der Kirche Saint-Julien-le-Pauvre. Eine der ältesten Kirchen der Stadt in unmittelbarer Nähe zu Notre-Dame de Paris ist seit Ende des 19. Jahrhunderts Sitz der melkitischen griechisch-katholischen Gemeinde. Archimandrit Dr. Charbel Maalouf empfing uns sehr herzlich und informierte über Kirche und Gemeinde. Daran schloss sich der Empfang im „Ordinariat des Orientaux“ an. Es ist eine Verwaltungsbehörde, die dem Erzbischof von Paris unterstellt ist, der aber ein eigener Generalvikar vorsteht. Ihre Zuständigkeit erstreckt sich auf jene katholischen Ostkirchen, die in Frankreich keinen eigenen Bischof besitzen. Über Gestalt und Arbeit dieser bischöflichen Behörde informierte uns die Mitarbeiterin Katja Si Moussa, die ursprünglich aus Algerien stammt. Sie berichtete uns auch aus ihrem eigenen Leben: Nach ihrer Konversion vom Islam zum Katholizismus wurde sie von ihren Landsleuten verfolgt und misshandelt, was erst durch ihre Flucht nach Frankreich ein Ende fand. In unmittelbarer Nachbarschaft zum Ordinariat des Orientaux befindet sich das französische Hilfswerk „L’Œuvre d’Orient“, das wir danach ebenfalls besuchten. Das Hilfswerk verwaltet eingehende Spenden, um damit die katholischen Ostkirchen in vielfältiger Weise zu unterstützen. An das gemeinsame Mittagessen in unserer Unterkunft schloss sich ein Gespräch mit dem libanesischen Lazaristenbruder Fadi an. Er erzählte uns von seiner Arbeit, der Präsenz des Lazaristenordens im Orient und der Situation der maronitischen Christen in seinem Heimatland. Den Nachmittag konnte die Gruppe zur Besichtigung der Pariser Sehenswürdigkeiten nutzen. Am Abend feierten wir zusammen mit der ukrainischen griechisch-katholischen Gemeinde in ihrer Kathedrale Saint-Volodymyr-le-Grand die Liturgie der Vorgeweihten Gaben. Bei einer Gesprächsrunde erklärte uns danach der Pfarrer die Bedeutung der Gemeinde als Zufluchts- und Versammlungsstätte sowie kulturellem Bildungsort. Den Abend ließen wir auf individuelle Weise ausklingen.

Am Morgen des 3. April feierten wir gemeinsam mit Pfarrer Fadi El Mir die Liturgie im maronitischen Ritus in der Kathedrale der Pariser Maroniten Notre-Dame-du-Liban. Im Anschluss daran führte uns der Pfarrer durch die Kirche, berichtete vom sehr aktiven und offenen Gemeindeleben und referierte über die ökumenische Zusammenarbeit in Paris. Noch in den Räumlichkeiten der maronitischen Gemeinde trafen wir uns zu einer weiteren Arbeitseinheit mit Thomas Wallut. Herr Wallut ist ein französischer Journalist und er präsentierte uns seine Arbeit für den Fernsehsender France 2. Seine Aufgabe besteht darin, Dokumentationen über das östliche Christentum zu erstellen und so die Vielfalt des ostkirchlichen Lebens für ein breites Publikum erfahrbar zu machen. Er berichtete uns von seinen zahlreichen Reisen in osteuropäische und orientalische Länder im Rahmen seiner Recherche- und Dreharbeiten und beantwortete unsere Fragen zu seiner Person und Tätigkeit. Die Gespräche mit Pfarrer Fadi El Mir und Thomas Wallut setzten sich beim gemeinsamen Mittagessen im Restaurant des Foyer Libanais fort, wo wir typisch libanesische Gerichte genossen. Der frühe Nachmittag stand zunächst zur Besichtigung der Stadt zur Verfügung. Der nächste gemeinsame Programmpunkt unseres Blockseminars war der Besuch des „Institut de Théologie Orthodoxe Saint-Serge“. Dieser begann mit einer Kirchenführung und einem Vortrag über die Ikonentheologie der orthodoxen Kirchen durch den Dozenten des Instituts und Pfarrer der angegliederten russischen orthodoxen Gemeinde Anatole Negruta. Im anschließenden Vortrag im Hörsaal berichteten P. Anatole und Prof. Dr. em. Joost Van Rossum davon, wie sich die Gemeinde einst nach einer Migrationswelle im Anschluss an die politischen Umbrüche im Russland des Jahres 1917 gebildet hatte. Sie referierten über Geschichte, namhafte Dozenten und Absolventen, sowie die Lehr- und Forschungstätigkeit des Institut Saint-Serge. Bei Kaffee und Gebäck beschlossen wir unseren Besuch des Instituts am frühen Abend. Danach fuhren wir gemeinsam nach Montmartre, besichtigten die Basilika Sacré-Cœur und kehrten zu einem gemeinsamen Abendessen zum Abschluss der Studienfahrt in eines der dortigen Lokale ein.

Bevor wie am nächsten Tag die Heimreise beziehungsweise die Weiterfahrt nach Chevetogne zu den Exerzitien des Collegium Orientale antraten, stand noch der Besuch des Institut Catholique auf unserer Agenda. Hier trafen wir Archimandrit Dr. Charbel Maalouf wieder, der am Institut Patristik lehrt. Er zeigte uns die Theologische Fakultät samt der zugehörigen Bibliothek. Mit einem abschließenden Kaffee im Institut Catholique besiegelten wir unseren Parisaufenthalt. Einen kleinen Zwischenstopp legten wir während der Fahrt nach Chevetogne schließlich noch im belgischen Bouillon ein, wo wir die gleichnamige Burg besichtigten. Dies ist die Heimat des berühmten Heerführers und ersten Regenten des Lateinischen Königreichs Jerusalem, Gottfried von Bouillon. So konnten wir uns die wichtigsten Eckpunkte des Ersten und der folgenden Kreuzzüge in Erinnerung rufen.

Am Ende dieser inhalts- und lehrreichen Tage konnten alle Beteiligten auf eine äußerst interessante, intensive und erfolgreiche Studienfahrt zurückblicken. Sie gewährte uns sowohl tiefe Einblicke in die Geschichte der Ostkirchen und die europäische Geistesgeschichte als auch in gegenwärtiges ostkirchliches Leben im Herzen Europas.

 

23.–28. April 2019, Wien: Zweite Ratzinger-Studienwoche „Eins in der Taufe“

Wien

 

Vom 23. bis 28. April 2019 hat die Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt an der zweiten Ratzinger-Studienwoche zum Thema „Eins in der Taufe“ in Wien teilgenommen. Prof. Dr. Thomas Kremer und der wissenschaftliche Mitarbeiter Mykola Vytivskyi von der Stiftungsprofessur Prinz Max von Sachsen, zusammen mit einer Gruppe der Theologiestudenten, haben Eichstätt bei diesem Seminar vertreten.

Seit zwei Jahren organisiert das Studienhaus Johannes von Damaskus unter Leitung von Prof. Dr. Michaela Hastetter diese Studienwoche und lädt dazu Studierende und Lehrende aus unterschiedlichen theologischen Fakultäten Europas ein. Die diesjährige Studienwoche widmete sich dem Thema Taufe, das aus ökumenischer Sicht sehr wichtig ist und bis heute viele Diskussionen unter den verschiedenen Konfessionen auslöst. Im Rahmen dieser Studienwoche konnten die Theologinnen und Theologen aus unterschiedlichen Traditionen sehr gut ins Gespräch kommen, über die Gemeinsamkeiten und Unterschiede des Taufritus in Ost und West diskutieren und somit die Sicht der anderen näher kennenlernen.

Innerhalb des allgemeinen Oberthemas präsentierte Prof. Dr. Kremer in seinem Vortrag das Taufverständnis in der Tradition der vorchalcedonensischen Kirchen. Im Vergleich zu der lateinischen und byzantinischen Tradition gibt es hier eigene Akzente, deren Analyse das gesamte Bild der Tauftheologie vervollständigt: Neben der paulinischen Deutung der Taufe im Sinne des Todes und der Auferstehung Jesu eröffnet sich eine weitere Perspektive der Taufe aller Christen durch enge Bezugnahme auf die Taufe Jesu im Jordan. Dadurch findet der Täufling das im Paradies verlorene „Kleid der Herrlichkeit“ wieder und zieht es an. Mykola Vytivskyi veranschaulichte diese theologischen Parallelen anhand der liturgischen Texte der Maronitischen und Armenischen Kirche.

Mit Sicherheit brachte der Vergleich der Tauftheologie in der lateinischen, byzantinischen und vorchalcedonensischen Tradition neue Erkenntnisse für alle Teilnehmer und diente auch dem offenen ökumenischen Dialog unter den Studierenden.

Autor: Mykola Vytivskyi

 Ankündigung

 

8.–15. September 2019, Kreta: Ökumenisches Blockseminar und Studienreise

Orthodoxe Akademie auf Kreta
Orthodoxe Akademie auf Kreta. Foto: www.oac.gr

 

„Auf den Spuren der Orthodoxie einst und heute: Die Spuren des Apostels Paulus auf Kreta, die Spuren der Panorthodoxen Synode (Kreta 2016) und die Ökumene“.

Die Stiftungsprofessur Prinz Max von Sachsen hat von 8. bis 15. September an der Studienreise nach Kreta teilgenommen. Das einwöchige Seminar haben das Zentrum für Ökumenische Forschung der LMU München und die Ausbildungseinrichtung für Orthodoxe Theologie organisiert. Der Studienreise haben sich Prof. Dr. Thomas Kremer und seine wissenschaftlichen Mitarbeiter, Joachim Braun und Mykola Vytivskyi, zusammen mit einer kleinen Gruppe der Theologiestudierenden aus Eichstätt, angeschlossen.

Das Thema des Seminars lautete: Auf den Spuren der Orthodoxie damals und heute. Neben dem biblischen Aspekt des Aufenthaltes des Apostels Paulus auf Kreta war der Schwerpunkt aller Seminarsitzungen die Panorthodoxe Synode, die 2016 in denselben Räumen der Orthodoxen Akademie Kreta stattfand. Zweieinhalb volle Tage widmeten die Teilnehmer den konzentrierten Sitzungen und Diskussionen. Die Gastvorträge von bekannten orthodoxen Theologen aus Kreta erweiterten die Erkenntnisse aller Teilnehmer um die Perspektive von Augenzeugen des Konzils.

An den übrigen fünf Tagen besuchte die Gruppe die Klöster Gonia und Chryssopigi, hatte Begegnungen mit dem Metropoliten Amphilochios von Kissamos und Selinon und dem Erzbischof Eirinaios. Damit konnten alle Teilnehmer ihre persönlichen Eindrücke vom kirchlichen Leben Kretas gewinnen. Die Geschichte der Insel erlebte die Gruppe sehr eindrucksvoll durch den Besuch des Minoischen Palastes von Knossos und des neuen Archäologischen Museums in Heraklion, sowie der malerischen Stadt Chania. In Kaloi Limenes hielten die Teilnehmenden eine kleine Andacht mit Gesängen aus eigenen Traditionen, denn an diesem Ort landete der Heilige Apostel Paulus auf Kreta laut Apostelgeschichte 27.

Die Organisation der Reise übernahm Prof. Dr. Athanasios Vletsis aus München in Zusammenarbeit mit der Ökumene-Referentin der Akademie Kreta, Frau Katerina Karkala-Zormpa, sowie allen beteiligten Dozenten aus München, Münster und Eichstätt. Die Stiftungsprofessur Prinz Max von Sachsen bedankt sich bei den Organisatoren und allen Teilnehmern für die sehr bereichernden Tage und freut sich auf weitere und fruchtbare Kooperation.

Autor: Mykola Vytivskyi

Ausführliche Informationen und ein kleiner Reisebericht

 Ausschreibung Studienreise Kreta

Gruppe
Begegnung mit Erzbischof Eirenaios in seinem Bischofssitz in Heraklion (Kreta)

6.–8. Dezember 2019, Höxter/Paderborn: Blockseminar "Ostkirchliche Ökumene im Dialog"

Höxter

 

"ΙΝΑ ΩΣΙΝ ΕΝ – Ostkirchliche Ökumene im Dialog"

Das zweite Adventswochenende verbrachten 10 Studierende der Stiftungsprofessur gemeinsam mit Prof. Dr. Thomas Kremer und Dipl.-Theol. Joachim Braun im koptisch-orthodoxen Kloster Höxter-Brenkhausen. Dort wurden sie von Anba Damian, dem koptischen Bischof für Norddeutschland, herzlich aufgenommen. So konnten sie gelebte ostkirchliche Ökumene erleben.

Die Studierenden erfuhren im Kloster viel Neues zur Geschichte der koptischen Kirche, ihrer aktuellen Situation in Ägypten und zur etwa 15.000 Gläubige umfassenden Diasporagemeinde in Deutschland. Anba Damian zeigte ihnen aber auch Höxter mit seinen beeindruckenden Fachwerkbauten und das UNESCO-Weltkulturerbe Schloss Corvey.

Die Exkursion war Teil des Moduls „Ostkirchliche Ökumene im Dialog“. In zwei Vortreffen war über den orthodox-katholischen Dialog seit Mitte des 20. Jahrhunderts gesprochen worden. Für Samstagnachmittag stand deshalb ein Besuch im Johann-Adam-Möhler-Institut für Ökumenik in Paderborn auf dem Programm. Direktor Dr. Johannes Oeldemann hatte eine Seminarsitzung zur orthodox-katholischen Ökumene in Deutschland, Frankreich und Nordamerika vorbereitet. Als Teilnehmer in zahlreichen Dialogkommissionen konnte er aus erster Hand von der ökumenischen Arbeit der Kirchen berichten. Außerdem stellte er den Gemeinsamen orthodox-katholischen Arbeitskreis St. Irenäus vor.

Der Sonntag begann in der Backstube des koptischen Klosters. Eine Besonderheit der Kopten ist es, dass die Prosphoren direkt vor der Liturgie gebacken werden und noch warm auf dem Altar liegen müssen. Die anschließend gemeinsam gefeierte Liturgie war für viele Studierende die erste Begegnung mit dem alexandrinischen Ritus. Anba Damian hatte zuvor eine kurze Einführung gegeben.

Auf der Heimreise nach Eichstätt wurde ein Zwischenstopp in Warburg eingelegt. Im syrisch-orthodoxen Kloster „St. Jakob von Sarug“ wurde die Studiengruppe von zwei Priesterseminaristen empfangen. Einer Gesprächsrunde zum Leben als syrisch-orthodoxer Christ in Deutschland schloss sich eine Führung durch den Gebäudekomplex des ehemaligen Dominikanerklosters an.

Autor: Joachim Braun

 Ankündigung

 

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