Forschungsfeld II: Persönlichkeitsbildung heute: Herausforderungen, Formen und Grundlagen

Kernanliegen des Forschungsfeldes II ist es, Bedingungen, Prozesse und Möglichkeiten von Persönlichkeitsbildung, die der Förderung einer für alle Menschen gerechten Gesellschaft dienen, sowohl grundlagentheoretisch als auch anwendungsbezogen zu erforschen. Es ist zu fragen, wie Menschen – in allen ihren Lebensphasen – ihre Persönlichkeit entwickeln, die Herausforderungen der Gegenwart annehmen und sich an der Gestaltung der Welt förderlich beteiligen können.

Die Mitglieder des Forschungsfeldes stellen sich dabei den drängenden Aufgaben,

  • die Grundlagen von persönlichen Bildungsprozessen vor dem Hintergrund von sich zeigenden Transformations- und Diversifizierungsbewegungen in einer gegenstandsadäquaten Methodik theoretisch zu reflektieren und empirisch zu erforschen;
  • das christliche Menschenbild, seine ethischen Implikationen und Konsequenzen im Rahmen einer philosophischen und theologischen Anthropologie mit Blick auf die ‚Zeichen der Zeit‘ systematisch zu entfalten und für Bildungsprozesse fruchtbar zu machen;
  •  die Lebensbedingungen in modernen Gesellschaften zu analysieren und zu interpretieren und diese mit den Erfahrungsbeständen kultureller und religiöser Traditionen in einen kritisch-konstruktiven Dialog zu bringen.

Diese Aufgabenstellung erfordert den Dialog unterschiedlicher Disziplinen, von denen einige an dieser Stelle exemplarisch genannt werden:

·        Philosophisch stellt sich zuerst die Frage nach der Semantik und Systematik zentraler Begriffe des Forschungsfeldes, wie „Bildung“, „Person“, „Identität“ oder „Orientierung“ und den damit verbundenen konzeptionellen Kontroversen. Aufgrund der Herausforderungen der Gegenwart sind erforderliche und förderliche Kompetenzen, Tugenden und Bildungsziele zu erarbeiten. Ebenso muss die Vermittlung verschiedener normativer und kultureller Positionen sowie Traditionen selbst philosophisch reflektiert und mit Blick auf gegenwärtige Bildungsprozesse aktualisiert werden.

·        Die Pädagogik befragt Theorien und Praktiken der Persönlichkeitsbildung, und untersucht systematisch deren prozessuale und normative, soziale und institutionelle Voraussetzungen. Bildungskonzepte werden im Hinblick auf Kriterien des Gelingens von Persönlichkeitsbildung untersucht, nicht zuletzt im interkulturellen Kontext unter den Bedingungen einer kulturell und virtuell entgrenzten Welt.

·        Innerhalb der Sozialwissenschaften untersucht die Politische Bildung Voraussetzungen und Prozesse, die im Bereich der Persönlichkeitsbildung Fähigkeiten zur Partizipation am politischen Gemeinwesen sowie der politisch-moralischen Urteilsfähigkeit entwickeln und stärken. Eine besondere Rolle spielen dabei die Genese und Veränderung konzeptueller Vorstellungen von und Einstellungen zu zentralen politischen Konzepten bzw. Konzepten politischer Bildung (u.a. Macht, Gemeinwohl, Ordnung, Konflikt…).

·        Die theologischen Disziplinen stellen sich der Herausforderung, in ihrer systematischen Reflexion des christlichen Glaubens die Menschen und ihre verschiedenen Lebenskontexte in den Mittelpunkt zu stellen. In praktischer Hinsicht vermitteln sie Menschen die Kompetenz, die in (christlich-)religiösen Schriften, Traditionen, ästhetischen Artikulationen, Riten und Praxen enthaltenen Ressourcen zu identifizieren, zu interpretieren, sie für die eigene Lebensführung zu adaptieren und für die Gestaltung einer humanen Gesellschaft einzubringen

Forschungsfeldsprecher

Alexis Fritz
Prof. Dr. Alexis Fritz
Sprecher FF II
Gebäude Ulmer Hof | Raum: UH-105
Postanschrift
Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt
Pater-Philipp-Jeningen-Platz 6
85072 Eichstätt
René Torkler
Prof. Dr. René Torkler
Sprecher FF II
Gebäude Ulmer Hof | Raum: UH-011
Postanschrift
Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt
Pater-Philipp-Jeningen-Platz 6
85072 Eichstätt

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