Aktivitäten

Staatsministerium für Kultur und Medien genehmigt das Projekt #DDRinnern. Switchen zwischen damals und heute

Rechtsdrift, Wissenschaftsleugnung, Verschwörungstheorien, Geschichtsklitterung, hetzerische und gewaltbereite Gruppierungen, - Demokratie war lange nicht mehr so gefährdet wie jetzt.

Insbesondere für junge Menschen ist es schwer, sich in einer solchen Welt zu orientieren und mit Slogans wie „DDR 2.0“ umzugehen. Sie haben keine persönliche Erinnerung und wissen wenig von der SED-Diktatur, werden konfrontiert mit widersprüchlichen Behauptungen und damit, dass es eine gemeinsame, einbeziehende Erinnerung an die Teilung Deutschlands nicht gibt.

In Zeiten von „Fake News“ lauert damit die Verführung durch fragwürdige Orientierungsangebote. Dem soll durch die wissenschaftliche Entwicklung des inhaltlich, didaktisch und technisch innovativen Bildungstools #DDRinnern entgegengewirkt werden.

  • #DDRinnern ist ein digitales Bildungsangebot das auf vielfältige, barrierearme und individuelle Weise zu einer mündigen Auseinandersetzung mit DDR-Geschichte befähigt und die Entwicklung historischer Orientierungsfähigkeit unterstützt. Es ist für den Einsatz an Gedenkstätten konzipiert, für die Vor- und Nachbereitung des Besuchs und die Arbeit vor Ort.
  • #DDRinnern öffnet Zugänge, die für die heterogene Gruppe der nach 1989 Geborenen unmittelbar nachvollziehbar sind: Was für Menschen an und in einer Diktatur nicht auszuhalten ist und am Beispiel DDR so zum Motor für Veränderung wurde, steht im Zentrum (Ebene 1). In diesem Zugang ist nicht nur die Nachvollziehbarkeit von Vergangenem begründet, es lassen sich auch Niederschläge in der eigenen Erfahrungswelt entdecken (Ebene 2). Die historische Fundierung arbeitet der Geschichtsklitterung und der Verharmlosung von Diktatur entgegen (Ebene 3). Der Zugang und die Auseinandersetzung mit werte-bezogenen Inhalten betont die Verantwortung jedes Einzelnen für Demokratie und Menschenrechte (Ebene 4).
  • Das für die digitale Umsetzung entwickelte SWITCH-Konzept erlaubt es, einen individuellen, den eigenen Orientierungsfragen entsprechenden Zugang zu wählen. Es ermöglicht, intuitiv zwischen den 4 Ebenen zu wechseln und über die Breite und Tiefe der Auseinandersetzung selbst zu entscheiden. Das SWITCH-Konzept folgt keiner klassischen Hyperlinkstruktur, sondern stellt mit seinem innovativen digitalen Arrangement die verschiedenen Dimensionen eines inhaltlichen Aspekts als Einheit zur Verfügung, wahlweise mit dem Schwerpunkt auf Text, Bild oder Video.
  • Diese technische Umsetzung ermöglicht zugleich „Adaptivität“, also automatisiert passgenaue Angebote. So können nicht nur verschiedene Gruppen, sondern auch „special needs“, unterschiedliche kulturelle Hintergründe und Sprachen berücksichtigt werden.

 

Teil der Entwicklung des Tools ist die zweistufige Projektpilotierung. Die erste Datenerhebung und das Feedback durch unterschiedliche Adressatengruppen dient der Evaluation und Optimierung des digitalen Bildungsangebots. Zugleich stellt sie die Basis für die adaptiven Angebote für unterschiedliche Gruppen dar. Der zweite Pilotierungsdurchgang dient insbesondere der Überprüfung der automatisierten adaptiven Angebote.

Schlüsselworte:
Historische Orientierung – Generation nach 1989 – DDR-Geschichte – Demokratie und Menschenrechte – digitales Bildungstool – Adaptivität

Projektleiterin: Prof. Dr. Waltraud Schreiber
Projektmitarbeiter: Robert Trautmannsberger

Kooperationspartner:

  • Gedenkstätte und deutsch-deutsches Museum Mödlareuth
  • Bundeszentrale für politische Bildung Deutschlandarchiv
  • Bundesbeauftragte für die Opfer der SED-Diktatur
  • Deutsche Hochschule der Polizei
  • Gegen Vergessen-Für Demokratie e.V.
  • Stiftung Berliner Mauer
  • Wir.Sprechen.Mit Projekt des Lebenshilfewerk Marburg-Biedenkopf e.V.

 

Laufzeit: 1. Juli 2021-31. Dezember 2023

Projektträger: Hector-Institut für empirische Bildungsforschung an der Eberhard Karls Universität Tübingen
 

Deutsch-Deutsches Museum Mödlareuth

Bau der 700 m langen Betonsperrmauer in Mödlareuth, 1966 Museum Mödlareuth | Foto: Bundesgrenzschutz Bayreuth
Bau der 700 m langen Betonsperrmauer in Mödlareuth, 1966 Museum Mödlareuth | Foto: Bundesgrenzschutz Bayreuth
Blick von der bayerischen Seite Mödlareuths auf die Mauer, 1980 Museum Mödlareuth | Foto: Bayerische Grenzpolizei
Blick von der bayerischen Seite Mödlareuths auf die Mauer, 1980 Museum Mödlareuth | Foto: Bayerische Grenzpolizei
Führung mit Schüler*innen im Freigelände, 2006 Museum Mödlareuth
Führung mit Schüler*innen im Freigelände, 2006 Museum Mödlareuth
test
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Neue Publikation: Geschichtsdidaktische Forschung und allgemeine Unterrichtsforschung: Unbekannte Verwandte?

Trautwein, U., Schreiber, W. & Hasenbein, L.: Geschichtsdidaktische Forschung und allgemeine Unterrichtsforschung: Unbekannte Verwandte? Journal Unterrichtswissenschaft 50/ 2021,  1-12; DOI  10.1007/s42010-021-00120-z; Sharing-Link: https://rdcu.be/cm5Zf

Dieser Beitrag beleuchtet das Verhältnis von Basisdimensionen der Unterrichtsqualität (Modell der drei Basisdimensionen sowie Syntheseframework) aus der allgemeinen Unterrichtsforschung und geschichtsdidaktischen Modellbildungen. Zu diesem Zweck arbeiten wir das Fehlen einer vertieften theoretischen und empirischen Auseinandersetzung mit Modellen der allgemeinen Unterrichtsforschung in der Geschichtsdidaktik heraus. Darauf aufbauend diskutieren wir die Stärken und Grenzen von Modellen, die eine bestimmte Zahl von Basisdimensionen der Unterrichtsqualität postulieren, stellen ein geschichtsdidaktisches Kompetenzmodell (das sogenannte FUER-Modell) vor, das eine Auseinandersetzung mit Basisdimensionen ermöglicht und zeigen auf, wie die Basisdimensionen mit geschichtsdidaktischen Vorstellungen in Einklang zu bringen sind – und wo dies nicht so einfach möglich ist.

 

Der Beitrag ist unter den beiden obigen Links im Volltext verfügbar.

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Neue Publikation: Dissertationsschrift von Dr. Stefanie Zabold
Vor dem ersten Geschichtsunterricht
Link zur Verlagsseite

Unsere Kollegin Dr. Stefanie Zabold hat ihre Dissertation mit dem Titel "Vor dem ersten Geschichtsunterricht -
Zur empirischen Erschließung des historischen Denkens junger Lernerinnen und Lerner" veröffentlicht. Die Monographie erscheint im August 2020 beim Wochenschau Verlag.

Hier finden Sie die Gliederung der Monographie.

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Fortbildungsreihe für bayerische Lehrkräfte
Klug Logo

In Zusammenhang mit dem KLUG-Projekt haben Prof. Dr. Schreiber und Susanne Sachenbacher von Mai bis Juli 2020 eine Online-Fortbildungsreihe für bayerische Lehrkräfte abgehalten. Sie diente als Pilotierung für eine angedachte Ausweitung des Projekts.

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Abschluss der Pilotierung des Projekts KLUG
Klug Logo

Im Mai 2020 konnte die seit September 2019 laufende Pilotierung des Projekts KLUG erfolgreich abgeschlossen werden. Prof. Dr. Waltraud Schreiber und Susanne Sachenbacher von der Professur und ihre Kollegen im Projektverbund führten dabei Online-Fortbildungen in Nordrhein-Westfalen durch.

Weitere Informationen zum KLUG-Projekt finden sich hier.

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Zoom-Einführungen für Lehrende im Fachbereich Geschichte und der GGF insgesamt
Zoom Ansprechpartner an der KU

Im Rahmen der Umstellung auf Online-Lehre im Frühjahr 2020 haben unsere Mitarbeitenden, Susanne Sachenbacher und Robert Trautmannsberger ein Einführungskonzept für die Kommunikationsplattform Zoom in der Hochschullehre entwickelt. In diesem Zusammenhang wurden von ihnen mehrere Fortbildungsveranstaltungen, zunächst im Rahmen des Fachbereichs Geschichte und anschließend für die gesamte GGF abgehalten. Rückmeldungen dazu waren durchweg positiv.

Der in diesem Rahmen entstandene Leitfaden findet sich hier.

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Große Abschlusstagung des Verbundprojekts Inklusives Lernen und Lehren an der KU
Abschluss Projekt Inklusion

Gefördert von der Freisinger Bischofskonferenz haben sich seit 2014 Forschende der KU zusammengetan, um unter dem Titel „Inklusives Leben und Lernen in der Schule“ einen Beitrag zur Inklusionsforschung zu leisten. „Teilhabe und wertschätzender Umgang mit gesellschaftlicher Diversität gehören zu den Kernaufgaben von Schule“, betonte Prof. Dr. Waltraud Schreiber, Geschichtsdidaktikerin an der KU, als Sprecherin des Verbundprojektes bei dessen Abschlussveranstaltung. In Form von zehn Teilprojekten haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus unterschiedlichen Disziplinen der KU mit verschiedenen Perspektiven und methodischer Vielfalt gemeinsam einen Beitrag zu Inklusionsforschung geleistet. 

-Auszug aus dem Pressetext der KU.

Hier finden Sie die Website des Projekts.

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Zu Gast beim Bundespräsidenten
Treffen mit Bundespräsident Steinmeier
Prof. Dr. Waltraud Schreiber zu Gast bei Herrn Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und seiner Gattin Frau Elke Büdenbender.

Warum? – Was? – Wie? - auch der Bundespräsident und seine Gattin fanden diesen auf die Ermöglichung von historischer Orientierung gerichteten Ansatz interessant.

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FUER-Kolloquium 2018
FUER Kolloquium 2018 in Eichstätt
FUER Kolloquium 2018 in Eichstätt

Vom 28. bis zum 30. Juni 2018 fand in Eichstätt das diesjährige Nachwuchskolloquium der FUER-Gruppe statt. In diesem Rahmen stellten 8 junge Nachwuchswissenschaftler*innen ihre Dissertationsprojekte und Masterarbeiten vor. Dabei bekamen die Teilnehmer aus Deutschland, Österreich und der Schweiz konstruktives Feedback und inspirierende Anregungen von Größen des Fachs, wie Bodo von Borries, Wolfgang Hasberg und Andreas Körber. Aus Eichstätt nahmen David Naaß und Matthias Hirsch als Referenten teil. Michael WernerStefanie Zabold und Robert Trautmannsberger moderierten Beiträge. Das nächste FUER-Kolloquium wird in Salzburg stattfinden.

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Eröffnung der Gedenkorte Mühldorfer Hart

Am Freitag, den 27.4.2018 wurden die ersten beiden Gedenkorte des KZ-Außenlagers Mühldorf eröffnet. Neben der Präsidentin der israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, Charlotte Knobloch und Kultusminister Bernd Siebler nahmen auch Überlebende des KZ-Außenlagers an der Veranstaltung teil. An der Konzeption und Umsetzung der Gedenkstätte wirkte Prof. Dr. Waltraud Schreiber maßgeblich mit. Das Arbeitslager war Teil der im Mühldorfer Raum geplanten und teilweise umgesetzten NS-Rüstungsfertigung in den letzten beiden Kriegsjahren. Gedenken und Information wird mit dem notdürftigen Waldlager der Häftlinge und dem ehemaligen Massengrab der Ermordeten und Verstorbenen verbunden. Gedacht wird den zumeist ungarischen Zwangsarbeitern, die im Rahmen des Projekts "Weingut I" halbunterirdische Rüstungsbunker errichten mussten. Die Reste des dabei entstandenen Bunkerbogens sollen den dritten Gedenkort bilden.

Weitere Informationen finden Sie hier.

Bild Mühldorfer Hart BR
Bild: BR/Christine Haberlander https://www.br.de/nachrichten/oberbayern/inhalt/kz-gedenkstaette-muehldorfer-hart-wird-eroeffnet-100.html
Auch Überlebende des Waldlagers nahmen an der Eröffnung der Gedenkstätte teil.
Auch Überlebende des Waldlagers nahmen an der Eröffnung der Gedenkstätte teil.

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Start des Graduiertenkolleg „Inklusive Bildung”

Am 26.04.2018 startete das Graduiertenkolleg des Verbundprojekts „Inklusives Leben und Lernen in der Schule”. Bei der Eröffnungstagung stellten die Graduierenden sich und ihre Forschungsvorhaben in kurzen Statements und einer Poster-Session dem interessierten Publikum vor. Dazu hielt Prof. Dr. Clemens Hillenbrand von der Uni Oldenburg dankenswerterweise eine informative Keynote zum Thema empirischer Forschung und der dabei zu beachtenden Leitgedanken wie Fallstricke.

Prof. Dr. Waltraud Schreiber und Prof. Dr. Clemens Hillenbrand
Prof. Dr. Waltraud Schreiber und Prof. Dr. Clemens Hillenbrand
Prof. Dr. Ulrich Bartosch erörtert Detailfragen
Prof. Dr. Ulrich Bartosch erörtert Detailfragen
Besucher und Graduierende bei der Poster-Session
Besucher und Graduierende bei der Poster-Session

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Vom 15.-17. November 2017 fand in Eichstätt die Geschichtsdidaktik Tagung GDT-Eichstätt statt

Die Tagung befasste sich unter dem Titel «Kompetent machen für ein Leben in, mit und durch Geschichte» mit dem historischen Denken und der Kompetenzorientierung. Anlass der Tagung war die Publikation des Kompetenz-Strukturmodells der FUER-Gruppe vor 10 Jahren. Am Mittwoch-Abend sollten die Festredner die Frage beantworten, welchen Stellenwert die beiden geschichtsdidaktischen Themen in benachbarten Bereichen haben. Das Interesse der wissenschaftlichen Tagung galt aber weder einem Rückblick, noch sollte das FUER-Modell im Zentrum stehen. Es ging vielmehr um die Frage, inwiefern es eine gemeinsame theoretische Basis gibt, die die Zukunft des historischen Denkens orientieren und das Kompetent-Werden für einen Umgang mit Geschichte in Zeiten eines rasanten Wandels tragen kann.

 

Die Tagungsdokumentation in Form von Themen, Vorträgen, Interviews, Postern und Bildern finden Sie hier:
https://www.gdt-eichstaett.de/