Schritte an der KU hin zu mehr Nachhaltigkeit

Grundlagen

Leitbild "Nachhaltige Entwicklung"

Die von der World Commission on Environment and Development im Jahr 1987 herausgegebene Studie „Our Common Future“ stellt erstmals grundlegende Ansätze eines neuen, „zukunftsfähigen“ Entwicklungsparadigmas vor.
Seit den 1990er Jahren haben die Begriffe „Nachhaltigkeit“ und „Nachhaltige Entwicklung“ einen bemerkenswerten Eingang in Politik und Gesellschaft gefunden.
Mit der Konferenz für Umwelt und Entwicklung in Rio de Janeiro (UNCED, 1992) verständigte sich die Weltgemeinschaft auf dieses neue Entwicklungsleitbild und handelte auf internationaler Ebene wichtige Vorstellungen zu dessen Umsetzung aus. Diese wurden in der „Agenda 21“ festgehalten.

Dieses umfassende Entwicklungsleitbild hat seitdem weltweit erheblich an Bedeutung gewonnen. Heutzutage sind Nachhaltigkeitsaspekte fester Bestandteil in den meisten Entwicklungsvorhaben. Gesellschaftliche, ökologische und wirtschaftliche Faktoren bilden dabei die drei zentralen Dimensionen für eine möglichst ausbalancierte Entwicklung. Dabei gilt es, die unterschiedlichen Auswirkungen und Vernetzungen von lokal bis global zu bedenken.
Gegenwärtige Nachhaltigkeitsvorgaben fordern eine gerechte Verteilung von Ressourcen, Wohlstand und Lebensqualität, damit eine Region nicht auf Kosten anderer Weltregionen lebt („globale Gerechtigkeit“). Nachhaltige Entwicklung beruht zudem auf dem Grundsatz, dass heutige Generationen nicht auf Kosten zukünftiger Generationen leben sollen („Generationengerechtigkeit“).

Entscheidend für zukünftige Generationen und damit für die Stärkung und den Ausbau bisheriger Vorstellungen von Nachhaltigkeit ist eine erhöhte gesellschaftliche Akzeptanz zukunftsfähiger Entwicklungsparadigmen. Damit einher geht u. a. die Verbesserung des Wissens über Nachhaltigkeit, was die Bedeutung der Bildung unterstreicht, die global dafür sorgt, dass das Leitbild der nachhaltigen Entwicklung stärker bewusst und damit auch umgesetzt wird.

2015 war aus vieler Hinsicht ein entscheidendes Jahr im Rahmen der Nachhaltigkeit. Neben dem Pariser Klimaabkommen und der Formulierung des 1,5° C-Ziels, wurde auch die Agenda 2030 mit den 17 Nachhaltigkeitszielen (Sustainable Development Goals SDGs) verabschiedet. Die Agenda 2030 ist im Unterschied zu den vorhergehenden Millenium Development Goals (MDGs) (2000-2015) eine Entwicklungsagenda für alle Länder der Erde - für Industriestaaten wie Deutschland ebenso wie für Länder des globalen Südens.

Kurz vor Verabschiedung der Agenda 2030 veröffentlichte Papst Franziskus seine "Nachhaltigkeitsenzyklika" LAUDATO SI' ÜBER DIE SORGE FÜR DAS GEMEINSAME HAUS, um so auch den Auf- und Beitrag der Religionen und vor allem der katholischen Kirche für eine nachhaltige Entwicklung in den Fokus zu setzen.

Bildung für nachhaltige Entwicklung

Bereits in der Agenda 21 (Kapitel 36) als auch auf dem Weltgipfel für nachhaltige Entwicklung 2002 in Johannesburg wurde der Zusammenhang zwischen Nachhaltigkeit und Bildung hervorgehoben.

Als Konsequenz wurde der Zeitraum 2005-2014 als Weltdekade für Education for Sustainable Development (ESD) hervorgehoben.

Ziel der Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE), so lautet die deutsche Übersetzung von ESD, ist der Erwerb von „Gestaltungskompetenz“. Sie umfasst die Fähigkeit, sich persönlich und in Kooperation mit anderen für nachhaltige Entwicklungsprozesse reflektiert engagieren und nicht nachhaltige Entwicklungsprozesse systematisch analysieren und beurteilen zu können. Eine BNE bezieht sich dabei auf alle Ebenen und Phasen des lebenslangen Lernens.

Im Anschluss an die Weltdekade wurde von der UNESCO das Weltaktionsprogramm Bildung für nachhaltige Entwicklung (2015-2019) ausgerufen und fokussierte in Deutschland auf die strukturelle Verankerung von BNE in allen Bildungsbereichen, um so einen wichtigen Beitrag zu leisten, um die Entwicklungsziele der „Agenda 2030“ zu erreichen. Das Unterziel 4.7 der SDGs fordert, bis zum Jahr 2030 sicherzustellen, dass alle Lernenden Kenntnisse und Fähigkeiten erwerben, die erforderlich sind für die Förderung von nachhaltiger Entwicklung. Bildung für nachhaltige Entwicklung ist unverzichtbar, um weltweit „Armut und Hunger zu reduzieren, Gesundheit zu verbessern, Gleichberechtigung zu ermöglichen und den Planeten zu schützen“ (so die Zielsetzung der „Sustainable Development Goals“ der Agenda 2030).

2017 wurde - auch unter Mitwirkung der KU - als Ergebnis des Weltaktionsprogramms der Nationale Aktionsplan BNE für Deutschland verabschiedet, der Ziele und Maßnahmen für alle Bildungsbereiche, darunter auch die Hochschulen, umfasst.

Inzwischen wurde das weltweite Folgeprogramm des Weltaktionsprogramms - „Education for Sustainable Development: Towards achieving the SDGs - ESD for 2030" - aufgelegt. Dieses verfolg das Ziel, BNE in den globalen Bildungslandschaften weiter voranzutreiben und die Bedeutung von BNE für die Erreichung der gesamten Agenda 2030 hervorzuheben.

Publikationen und Vorträge zur nachhaltigen Entwicklung der KU

Publikationen und Vorträge zur nachhaltigen Entwicklung der KU finden Sie unter Literatur und in den Nachhaltigkeitsberichten

Empfehlenswerte Literatur

Literaturdatenbanken

Onlineportale

Entwicklungen an der KU

2020

Aktualisiertes Nachhaltigkeitsgesamtkonzept 2020-2030

Das neue Nachhaltigkeitsgesamtkonzept formuliert die Entwicklungsziele für 2030 in den sechs Handlungfeldern Governace, Forschung, Lehre, Transfer, Studentisches Engagement & Initiativen.
Im Zuge der Aktualisierung erfolgte eine Erweiterung um die Handlungsfelder Transfer, Studentisches Engagement & Initiativen sowie Governance.

Nachhaltigkeitsgesamtkonzept 2020-2030

Neue Nachhaltigkeitsbeauftragte und Verantwortlicher in der Hochschulleitung für Nachhaltigkeit

Am 1.4.2020 übernahm Frau Prof. Dr. Anne-Kathrin Lindau das Amt der Nachhaltigkeitsbeauftragten. Als Nachfolgerin von Frau Prof. Dr. Ingrid Hemmer treibt sie die Nachhaltigkeit an der KU weiter voran.

Ebenfalls seit dem 1. April ist Herr Prof. Dr. Klaus Stüwe (Vizepräsident für Internationales und Profilentwicklung) der Verantwortliche und Ansprechpartner des Präsidiums für den Bereich Nachhaltigkeit. Er trat damit die Nachfolge von Kanzler Thomas Kleinert an.

Green Office - Nachhaltigkeitsbüro in Eichstätt und Ingolstadt

Logo

 

Im Oktober 2020 wurden in Eichstätt (Ostenstr. 11) und Ingolstadt (Science Gallery, Ludwigstr. 39) mit den beiden Standorten des Green Office Knotenpunkte der Nachhaltigkeit für KU-Angehörige und externe Interessierte geschaffen.

Mehr unter: www.ku.de/greenoffice

Deutschen Gesellschaft für Nachhaltigkeit an Hochschulen (DG HochN) - KU im Vorstand vertreten

Die KU ist im Vorstand der neu gegründeten Deutschen Gesellschaft für Nachhaltigkeit an Hochschulen (DG HochN) vertreten. Prof. Dr. Ingrid Hemmer ist Mitglied des Vorstands der im April 2020 gegründeten Deutschen Gesellschaft für Nachhaltigkeit an Hochschulen.

2019

EMASplus • externe Evaluation des Nachhaltigkeitskonzepts

Im Februar 2019 führte die KU als erste Hochschule Deutschlands das ganzheitliche Nachhaltigkeitsmanagement EMASplus ein [Link zur Pressemitteilung], welches das Umweltmanagement um eine soziale und ökonomische Perspektive erweitert.
[EMASplus Logo]

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2018

Auszeichnung als Lernort mit hoher Strahlkraft (Weltaktionsprogramm BNE)

Gemeinsam mit der TH Ingolstadt entstand im Januar 2018 das Transfer-Projekt „Mensch in Bewegung“ [Link zur MiB-Seite?], das im Rahmen des Programms „Innovative Hochschule“ (BMBF) bis Ende 2022 gefördert wird.

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2017

Die KU wird Fairtrade University

Logo Fairtrade University

Die KU ist seit 2017 Fairtrade University

Im Sommer 2017 wurde der KU für ihr Engagement rund um den fairen Handel von Fairtrade Deutschland der Titel Fairtrade University verliehen.
Im Dezember 2019 erhielt die KU erneut die für zwei Jahre gültige Auszeichnung.

Um die Auszeichnung als Fairtrade University zu erhalten, müssen folgende Kriterien erfüllt und alle zwei Jahre erneut nachgewiesen werden:

  1. Hochschulbeschluss
  2. Steuerungsgruppe
  3. Produkte aus fairem Handel bei Veranstaltungen & Sitzungen
    Mitarbeitende der KU können über das Intranet Produkte aus fairem Handel für die Bewirtung von Gästen bestellen. 
  4. Produkte aus fairen Handel in Geschäften & Gastronomien auf dem Campus
    Die KU bietet in der Mensa sowie in den Automaten des Sozialwerkes fair gehandelte Snacks sowie Getränke.
  5. Medien & Öffentlichkeitsarbeit
    Interview zur Titelverleihung 2017
     

 

2016

Auszeichnung als Lernort mit hoher Strahlkraft (Weltaktionsprogramm BNE)

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2015

EMAS-Zertifizierung

Seit Beginn des Jahres 2015 ist das Umweltmanagementsystem der KU nach EMAS [Link zur Pressemitteilung] (Eco-Management and Audit Scheme) zertifiziert. Damit legt die KU einen besonderen Fokus auf umweltrelevante Aspekte, wie Energieverbrauch, Abfall und Emissionen.

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2014

Das Präsidium verankerte im Januar 2014 Nachhaltigkeit als zentrales Handlungsfeld in ihrem Entwicklungsplan, legte Nachhaltigkeitsleitlinien fest und beschließt seitdem jährlich ein Umwelt- (EMAS) bzw. Nachhaltigkeitsprogramm (EMASplus).

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2013

Auszeichnung als UN-Dekade-Projekt

Im Jahr 2013 wurde das Nachhaltigkeitskonzept von der Deutschen UNESCO-Kommission als UN-Dekade Projekt ausgezeichnet, sowie 2016 und 2018 im darauffolgenden UNESCO-Weltaktionsprogramms BNE.
[Lernort mit Auszeichnung Logo]

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2012

Erster Nachhaltigkeitsbericht

Die Erfolge und Fortschritte wurden erstmals 2012 im Nachhaltigkeitsbericht [Link zu Berichten] der KU beschrieben. Ebenfalls in diesem Jahr wurde der Kanzler, Herr Thomas Kleinert, zum Verantwortlichen innerhalb der Hochschulleitung für den Bereich Nachhaltigkeit ernannt und eine Stelle für einen Campusumweltmanager geschaffen, die seit 2013 Herr Johannes Baumann inne hat.
Die Bilanz des Jahres 2011 [Link zu pdf Jahresbilanz] war ein erster Schritt in Richtung eines jährlichen Nachhaltigkeitsberichtes.

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2010

Nachhaltigkeitsgesamtkonzept • Graduiertenkolleg Nachhaltigkeit • Master BNE • Nachhaltigkeitsbeauftragte

Im Jahr 2010 wurden einige große Erfolge im Rahmen der Nachhaltigkeit an der KU erzielt:

  • Stiftungsverfassung der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt
    Die neue Stiftungsverfassung der KU vom 15.09.2010 beschreibt in Artikel 3, Absatz 5, dass die Universität „…in Forschung und Lehre dabei insbesondere das christliche Menschenbild sowie die ethischen Grundsätze der Personalität, der Gerechtigkeit, der Solidarität sowie der Subsidiarität und Nachhaltigkeit...“ berücksichtigt und vertieft.
  • Nachhaltigkeitskonzept
    Am 01.12. 2010 beschloss die Hochschulleitung das Nachhaltigkeitskonzept der KU [Link zum Konzept], welches von der Nachhaltigkeitsbeauftragten gemeinsam mit Studierenden erarbeitet wurde. Es umfasst Ziele für die Bereiche Forschung, Lehre und Campusmanagement. Die konkreten Maßnahmen zur Erreichung dieser Ziele werden fortan im jährlichen Umweltprogramm formuliert und evaluiert.
  • Ernennung einer Nachhaltigkeitsbeauftragten
    Am 15.7.2010 wurde Frau Prof. Dr. Hemmer von der Hochschulleitung als Nachhaltigkeitsbeauftragte ernannt, deren Funktion die Koordination der Entwicklungen zu mehr Nachhaltigkeit an der KU ist. Dies geschieht in enger Abstimmung mit der Hochschulleitung und den Studierenden.
  • Bildung einer Steuerungsgruppe
    Eine Steuerungsgruppe mit engagierten Mitarbeitenden aus den Fakultäten und den relevanten wissenschaftsunterstützenden Bereichen sowie Studierenden des Umweltreferats soll die Nachhaltigkeitsbeauftragte bei der Umsetzung unterstützen.
  • Kommunikation
    In der Ausgabe 2/2010 standen die Bemühungen um eine nachhaltige Hochschule im Fokus des Magazins der KU Eichstätt-Ingolstadt („Agora”). Die Ausgabe mit dem Artikel „Mehr Nachhaltigkeit wagen – Auch Universitäten sind aufgerufen, sich in Forschung, Lehre und institutionell an Nachhaltigkeit als Leitbild zu orientieren.” finden Sie hier [Link zum Magazin].
  • Master „Geographie: Bildung für nachhaltige Entwicklung“
    Zum WS 2010/2011 startete der bundesweit einzigartige Master-Studiengang „Geographie: Bildung für nachhaltige Entwicklung“ [Link zum Studiengang]. Dieser wurde bereits im Mai 2011 als offizielles deutsches Dekadeprojekt der UN-Dekade "Bildung für nachhaltige Entwicklung" ausgezeichnet.

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2008

Neue Umweltaktivitäten • Studentischer Konvent

Ab Sommer 2008 setzte die KU mit neuen Umweltaktivitäten weitere Akzente. Der Studentische Konvent gewann mit seiner Initiative „Sustainable Campus“ einen Preis beim Ideenwettbewerb Generation D.

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1994 – 1995

Studentisches Umweltreferat • Umweltringvorlesung • Altmühltal-Agenda 21

Im Jahr 1995 führte die KU in enger Zusammenarbeit mit Partnern aus Wirtschaft, Kommunen und Verbänden das Altmühltal-Projekt durch und wirkte so als eine der ersten Universitäten in Deutschland an einer gesellschaftlichen Verankerung des Leitbildes Nachhaltige Entwicklung in einem transdisziplinären Prozess mit.
Bereits Mitte der 1990er Jahre wurde an der KU vom Umweltreferat des studentischen Konvents das Umweltkonzept „Projekt Zukunftsfähige Universität” erarbeitet, das maßgeblich zu einer Belebung der Themen Umwelt und Nachhaltigkeit an der KU beitrug. In diesem Kontext fanden auch bis Ende der 1990er Jahre mehrere Umweltringvorlesungen statt.

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